Sprachunterstützung: Global, europäisch oder national?

Blöd, wenn eine Gestaltung nach skandinavischen Buchstaben oder osteuropäischen Akzenten verlangt, der Font sie aber nicht enthält. Eine Schrift, die man langfristig einsetzen möchte, braucht eine gewisse Sprachunterstützung. Darum geht es im dritten Teil unserer Serie »Schrift bringt’s«.



Alle nötigen Akzente und Buchstaben an Bord? Besser, man vergewissert sich vor dem Kauf eines Fonts.

Blöd, wenn eine Gestaltung nach skandinavischen Buch­staben oder osteuropäischen Akzenten verlangt, der Font sie aber nicht enthält. Eine Schrift, die man lang­fristig einsetzen möchte, braucht eine gewisse Sprachunterstützung. Für das lateinische Schriftsys­tem ist die Einteilung in die Adobe-Standards 1 bis 5 üblich. Wäh­rend Adobe Latin 1 etwa 229 Glyphen umfasst, enthält Latin 3, auch als Adobe Western 2 + CE bekannt, immerhin schon 329 Glyphen. »Dies decken wir in unseren Schriften meist ab, das ist ein guter, mo­der­ner Standard für Europa, wenn man ihn um das Zeichen für die türkische Lira oder den Rubel ergänzt«, sagt Lisa Fischbach, die zusammen mit Jakob Runge und Nils Thomsen die Foundry TypeMates betreibt. »Für Custom Fonts berücksichtigen wir auch mal nur gezielt die Sprachen der Märkte, die der Kunde tatsächlich benötigt.« Um herauszufinden, welche Sprachen des lateinischen Schriftsystems eine Schrift unterstützt, bietet sich der von Underware entwickelte Latin Plus Validator an (siehe »Tools & Tipps für digitale Typografie«).

Ist der Kunde weltweit unterwegs, reduziert sich die Auswahl der zur Verfügung stehenden Schriften. Wäh­rend noch recht viele Kyrillisch und Griechisch unterstützen, sind es bei Arabisch schon deutlich weniger. Allerdings gab es in der letzten Zeit vermehrt arabische Pendants zu lateinischen Schrif­ten, beispielsweise Futura Arabic oder Graphik Arabic. Wer außerdem Hebräisch, Devanagari, Japanisch oder Chinesisch benötigt, muss nach einem echten Global Font schauen, wie sie zum Beispiel URW++ anbietet, oder auf die kostenlose Google Noto zurückgreifen. Alter­na­­tiv besteht die Möglichkeit, zu einer lateinischen Schrift einigermaßen passende Typen des jeweili­gen Schrift­systems zu suchen. Benötigt man nur einige wenige Zeichen, kann man auch den Typedesigner bitten, diese zu ergänzen.

 


Hier geht es zu den anderen Teilen der Serie »Schrift bringt’s«.

 

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