Webfonts

Geballtes Wissen rund um Typografie und den Einsatz von Schriften in Web und Apps: Alle wichtigen Fragen zu Web- und App-Fonts beantwortet unser PAGE eDossier »Typografie im Web«. Zum Beispiel ob es sinnvoller ist, Web-Fonts zu kaufen oder zu mieten, ob Web-Fonts auch auf iPad und iPhone funktionieren oder ob Typo im Web eigentlich responsiv sein muss. Darüber hinaus zeigen wir an verschiedenen Praxisbeispielen, wie sich Unternehmensauftritte typografisch konsistent über alle Medien hinweg in Print, Web und App realisieren lassen.

mehr

FS Split Sans und Serif – zwei Fonts für alle Fälle

Die beiden neuen Schriften von Fontsmith teilen die gleichen Proportionen und kommen angenehm unperfekt daher. mehr

Monotype Type Champions Award entschieden

12 Unternehmen und Organisationen mit Typografie als zentralem Element ihres Markenauftritts bekamen die Auszeichnung. mehr

Freefont Typefesse: Lesen durch die Pofalte

Vollmond, Halbmond oder Neumond? Die drei Varianten des Freefont Typefesse spielen mit Körperfalten. mehr

Kostenlose Supertype-Broschüre

Einen Einblick in die Projekte der Berliner Foundry Supertype gibt eine kürzlich erschienene Broschüre. mehr

Anzeige

Griechische Buchstabenanatomie

Über Aufbau, Beschaffenheit und Bezeichnungen lateinischer Buchstaben wissen die meisten von uns ganz gut Bescheid. Wie aber sieht es mit der Anatomie griechischer Glyphen aus? mehr

Schriftfamilie Supernett jetzt noch netter

Der 2013 erschienene, handgezeichnete Scriptfont Supernett von Georg Herold-Wildfellner bekam jetzt ein umfassendes Update: Mehr Schnitte, mehr Glyphen, mehr Features. mehr

Vektorgrafik-Editor Sketch unterstützt Variable Fonts

Typofreaks können sich freuen: Sketch 59 bietet besseren Support für OpenType-Features und jetzt auch für Variable Fonts. mehr

Buchcover: Spotify von innen

Schwedisches Buch, schwedische Schrift – so sieht gute Buchcover-Typo aus. mehr

Anzeige

Charakterstark: Schriftfamilie Finador Slab

Im Frühjahr veröffentlichte Art Director Julien Fincker die Serifenlose Finador, jetzt erscheint die dazu passende Slab. mehr

Variabler Font Grtsk

Technik, die begeistert: Der Variable Font der Grtsk vereint alle 126 Schnitte – und benötigt statt rund 10 Megabyte lediglich 900 Kilobyte Speicherplatz. mehr

Faible: Warm und freundlich

Vom Typedesigner Moritz Kleinsorge kommt die humanistische Sans Faible. mehr

Typografischer Ritterschlag

Klar und schnörkelos wie der Architekturstil Brutalismus, dabei aber freundlich und mit kalligrafischen Details: mit Zoom ist Florian Paizs ein tolles Stück Typedesign gelungen. mehr

Anzeige

Brücken bauen mit Bridge Text und Head

Zum ersten Mal veröffentlichte die Foundry TypeMates die Schrift einer externen Typedesignerin: Mona Franz gestaltete die Familie Bridge Text und Head. mehr

Decimal von Hoefler & Co

Inspiriert ist die neue Familie von den Beschriftungen auf den Zifferblättern von Armbanduhren. mehr

Schriftfamilie NewsSans plus Specimag

Der Type- und Kommunikationsdesigner Henning Skibbe gestaltete nicht nur eine neue Schrift, sondern auch gleich ein Magazin dazu. mehr

Allegra und Alena: Same same, but different

Zwei kürzlich bei der Schweizer Foundry Nouvelle Noir erschienene Schriften haben die gleiche Vision, aber verschiedene Gestalter. mehr

Anzeige

Vier Jahre TypeMates!

Zum Geburtstag gibt es bei der Typefoundry noch bis 30. September ein spezielles Geschenk. mehr

Lustige Experimente mit farbigen Variable Fonts

Der Niederländer Arthur Reinders Folmer entwirft abenteuerliche Typedesigns. Sein Fokus liegt auf illustrativen, konzeptionellen und ornamentalen Typen. mehr


Der folgende Beitrag wurde zuerst in PAGE 08.2014 veröffentlicht.
Autor: Bram Stein


INHALT

Wie erkennt man die Qualität von Web-Fonts und wie lassen sie sich für den eigenen Bedarf optimieren? Fonttechniker Bram Stein verrät ein paar Tricks, damit Schriften im Web gut funktionieren


Beim Einsatz von Web-Fonts empfiehlt sich zunächst ein Blick auf das Outline-Format (siehe Kas­ten unten). CFF-Outlines sind TrueType-Outlines vorzuziehen, denn Erstere werden über die verschie­denen Browser und Plattformen hinweg konsis­ten­ter gerendert. Außer natürlich, der Browser unterstützt kein CFF, wie ältere Versionen von Internet Explorer. In diesem Fall sollten Sie sich versichern, dass der Font korrekt gehintet ist. Eine Möglichkeit, dies zu beurteilen, ist, ihn mittels Internet Explorer 6 bis 8 anzuschauen. Schlecht beziehungsweise gar nicht gehintete Fonts – das trifft zum Beispiel auf zahlreiche Free Fonts zu – kann der Browser nicht sauber darstellen.

Außerdem sollten Sie kontrollieren, ob bereits ein Subsetting stattgefunden hat und welche OpenType-Features enthalten sind. Das lässt sich in ei­nem Fonteditor wie FontLab oder Glyphs erledigen oder der die Schrift begleitenden Dokumenta­tion entnehmen. Vor weiterem Subsetting sollten Sie unbedingt prüfen, ob die Lizenz das erlaubt. Einige Schriftenhäuser verbieten dies nämlich ausdrücklich. Schließlich empfiehlt sich ein Blick auf die Formate, in denen der Font vorliegt. Gute Web-Fonts sollten wenigstens TTF/OTF, EOT und WOFF umfassen. Fehlt ein benötigtes Format, sollten Sie wiederum in den Lizenzbedingungen nachschauen, ob diese das Erstellen des gewünschten Formats gestatten.

Fonts verschlanken und testen

Normalerweise enthält ein Font eine große Anzahl an Glyphen für verschiedenste Sprachen und Schrift­systeme. Für Desktop-Anwendungen, die viele Spra­chen unterstützen müssen, ist das okay, die meisten Webseiten aber nutzen eine oder zwei Sprachen und brauchen all diese Zeichen gar nicht. Eine englische Seite beispielsweise nutzt die Buchstaben a bis z in Groß und Klein, die Ziffern 0 bis 9 sowie einige Satzzeichen. Entfernt man die Outlines für alle anderen Zeichen, reduziert sich die Größe des Fontdatei signifikant. Wer nur den Namen des Unternehmens als Web-Font braucht, kann sogar so weit gehen, alle anderen als die paar benötigten Buchstaben zu löschen.

Gleiches gilt für bestimmte OpenType-Tabellen, die für Web-Fonts überflüssig sind. Beispielsweise die Kern-Tabelle. Obwohl sie sehr wichtig klingt, nutzt sie tatsächlich kein einziger Browser. Diejenigen, die Kerning unterstützen, beziehen ihre In­for­ma­tionen aus der Glyph Positioning Table, sodass man auf die Kern-Tabelle guten Gewissens verzichten kann. Viele hochwertige Fonts enthalten OpenType-Features wie Ligaturen, Small Caps oder stilistische Alternativen. Macht die Website aber keinen Gebrauch von diesen, ist es sinnvoll, auch sie zu entfernen.

Bevor Sie den neuen, reduzierten Font verwenden, sollte Sie ihn in allen vorgesehenen Browsern gründlich ausprobieren – und zwar mit eigenen Inhalt, nicht mit Blindtext. Denn gerade in Namen, Zitaten und Orten können sich Buchstaben und Zeichen verstecken, die in der Sprache der Website sonst nicht vorkommen. Ein englischer Artikel über Typedesigner könnte etwa den Namen Frank Grießhammer, mit dem im Englischen nicht vorhande­nen ß enthalten. Wer seinen Font zu aggressiv verkleinert hat, wird feststellen, dass der Browser das ß mit einem ungewünschten Fallback-Font rendert. Beim Subsetting entfernt man diese Elemente aus dem Font – sie sind nicht deaktiviert, sondern vollständig verschwunden. Will man sie wieder hinzufügen – zum Beispiel weil auf der Website jetzt doch Ligaturen zum Einsatz kommen sollen –, bleibt nichts anderes übrig, als zum Masterfont zurückzugehen und ein neues Subset zu kreieren.

Web-Fonts generieren

Wer seinen eigenen Web-Font gestalten möchte, ist mit Font Squirrels Webfont Generator gut bedient. In dem kostenlosen Programm können Sie die benötigten Ausgabeformate ebenso definieren wie die Subsetting-Optionen und die gewünschten OpenType-Features. Das Ergebnis ist eine Zipdatei mit allen benötigten CSS- und Fontfiles.

Web-Font-Services wie Typekit, Fontdeck oder Google Fonts übernehmen all diese Aufgaben und noch mehr. Sie verfolgen neue Entwicklungen hinsichtlich Fontformaten, Rendering oder Browserunterstützung und liefern darüber hinaus Tools, die simulieren, wie eine Schrift auf einem bestimmten Browser und Betriebssystem aussehen wird. Eine bequeme Möglichkeit für diejenigen, die zwar mit Web-Fonts gestalten, aber nicht zu tief in die Technik einsteigen wollen.


 

 

Qualität erkennen. Der gleiche Font unter Windows XP (ganz oben links) und Mac OS X. Darunter: Bei genauerem Blick zeigt sich, dass der Font links nicht ordentlich gehintet ist. Einige Buchstaben werden fetter dargestellt als gewünscht (w, x, e oder der i-Punkt), andere wie m oder a sind richtiggehend deformiert.

 

 

Web-Fonts erzeugen. Mit Font Squirrels Webfont Generator lassen sich eigene Web-Fonts erstellen. Unter »Custom Subsetting« kann man genau einstellen, welche Zeichen und Funktionen man braucht und welche nicht.


Zum Autor:

Bram Stein arbeitet als Fonttechniker in Adobes Typekit-Team im kalifornischen San José. Der Niederländer musste sich anstrengen, seinen Text so zu formulieren, dass auch wir ihn verstehen konnten.


Zum Thema:

Best-Practices Typografie & Type Design

Variable Fonts


 

top