Webfonts

Geballtes Wissen rund um Typografie und den Einsatz von Schriften in Web und Apps: Alle wichtigen Fragen zu Web- und App-Fonts beantwortet unser PAGE eDossier »Typografie im Web«. Zum Beispiel ob es sinnvoller ist, Web-Fonts zu kaufen oder zu mieten, ob Web-Fonts auch auf iPad und iPhone funktionieren oder ob Typo im Web eigentlich responsiv sein muss. Darüber hinaus zeigen wir an verschiedenen Praxisbeispielen, wie sich Unternehmensauftritte typografisch konsistent über alle Medien hinweg in Print, Web und App realisieren lassen.

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Umba Sans: ein Corporate Font, der Spaß macht

Von der Typedesignerin Anita Jürgeleit stammt die 30 Fonts umfassende Familie Umba Sans – den Bold Schnitt gibt es kostenlos. mehr

Aufrechte Kursive Campuni

Warm und freundlich tritt die neue Schriftfamilie Campuni des Typedesigners Moritz Kleinsorge auf. mehr

TYPO Labs 2018: Variable Fonts erneut das Thema

Am vergangenen Wochenende kamen im Berliner Umweltforum knapp 400 Typedesigner und -techniker aus aller Welt zur dritten Auflage der TYPO Labs zusammen. mehr

Typesystem FS Industrie

Mit einer Großfamilie macht die Londoner Foundry Fontsmith dieser Tage von sich Reden: Fünf Breiten und sieben Stärken ergeben mit den jeweils passenden Italics insgesamt 70 Schnitte. mehr

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Schweizer Rektorat

Die Foundry Nouvelle Noire entwickelte eine Schriftfamilie, die sich an die frühe Moderne anlehnt.  mehr

Madera und Unitext: Zwei Neue fürs Branding

Von Monotype kommen zwei neue Schriftfamilien, die einen Mix aus Moderne und klassischer Anmutung bieten. mehr

Cloudbasierte Font-Lösung Mosaic

Die neue Plattform von Monotype vereinfacht den Workflow für Kreativteams und gestaltet auch den Lizenzierungsprozess einfacher. mehr

FF Nort – nicht nur für Schilder

Auf den Spuren der berühmten Schrift Transport von Margaret Calvert und Jock Kinneir wandelt die FF Nort von Jörg Hemker. mehr

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Für Signpainter: Duos von Underware

Der neue Scriptfont der niederländischen Foundry Underware sorgt für Aufmerksamkeit und will in großen Größen eingesetzt werden. mehr

Mit Serifen: DIN Neue Roman

Von der Calligrafiction Type Foundry kommt die DIN Neue Roman, die Schriftgestalter Philip Lammert als Masterarbeit an der HAW Hamburg im Studiengang Kommunikationsdesign bei Professor Jovica Veljovic entworfen hat. mehr

Freefont des Monats: Lit Sans Medium

Für ihr neu gegründete Studio Lit Design haben Livius Dietzel und Tom Hossfeld die Schrift Lit Sans entworfen. Den Medium Schnitt gibt es kostenlos. mehr

Protipo: Eine Schrift für Daten

Die neue Type von TypeTogether ist fürs Informationsdesign prädestiniert. mehr

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Rein in die Zeitung

Die Schrift Meret Pro von Nils Thomsen fühlt sich in kompakten Spalten und engen Zeilen wohl. mehr

Wiener Gretel 

Im Meer der Script-Fonts sticht die von Typejockeys professionell gestaltete Gretel angenehm heraus. mehr

Toller Displayfont mit Maximalkontrast

Aus dem Lab der Foundry Swiss Typefaces kommt die Headlineschrift IKANSEEYOUALL, die den Strichkontrast auf die Spitze treibt. mehr

Conductor für Headlines

Tobias Frere-Jones und Nina Stössinger bringen die vierte Retailschrift der Foundry Frere-Jones Type heraus. mehr

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Isotope – auf den Spuren des Funktionalismus

Die neue Schriftfamilie der New Yorker Foundry Hoefler&Co. ist von deutschen Letterings aus den 50er Jahren inspiriert. mehr

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Webdesign heute – standardisiert oder individuell?

Fast jeder kann heute mittels Design-Templates und Instant-Site-Buildern eine eigene responsive Website erstellen. Was bedeutet das für die Webdesign-Profis? mehr


Der folgende Beitrag wurde zuerst in PAGE 08.2014 veröffentlicht.
Autor: Bram Stein


INHALT

Wie erkennt man die Qualität von Web-Fonts und wie lassen sie sich für den eigenen Bedarf optimieren? Fonttechniker Bram Stein verrät ein paar Tricks, damit Schriften im Web gut funktionieren


Beim Einsatz von Web-Fonts empfiehlt sich zunächst ein Blick auf das Outline-Format (siehe Kas­ten unten). CFF-Outlines sind TrueType-Outlines vorzuziehen, denn Erstere werden über die verschie­denen Browser und Plattformen hinweg konsis­ten­ter gerendert. Außer natürlich, der Browser unterstützt kein CFF, wie ältere Versionen von Internet Explorer. In diesem Fall sollten Sie sich versichern, dass der Font korrekt gehintet ist. Eine Möglichkeit, dies zu beurteilen, ist, ihn mittels Internet Explorer 6 bis 8 anzuschauen. Schlecht beziehungsweise gar nicht gehintete Fonts – das trifft zum Beispiel auf zahlreiche Free Fonts zu – kann der Browser nicht sauber darstellen.

Außerdem sollten Sie kontrollieren, ob bereits ein Subsetting stattgefunden hat und welche OpenType-Features enthalten sind. Das lässt sich in ei­nem Fonteditor wie FontLab oder Glyphs erledigen oder der die Schrift begleitenden Dokumenta­tion entnehmen. Vor weiterem Subsetting sollten Sie unbedingt prüfen, ob die Lizenz das erlaubt. Einige Schriftenhäuser verbieten dies nämlich ausdrücklich. Schließlich empfiehlt sich ein Blick auf die Formate, in denen der Font vorliegt. Gute Web-Fonts sollten wenigstens TTF/OTF, EOT und WOFF umfassen. Fehlt ein benötigtes Format, sollten Sie wiederum in den Lizenzbedingungen nachschauen, ob diese das Erstellen des gewünschten Formats gestatten.

Fonts verschlanken und testen

Normalerweise enthält ein Font eine große Anzahl an Glyphen für verschiedenste Sprachen und Schrift­systeme. Für Desktop-Anwendungen, die viele Spra­chen unterstützen müssen, ist das okay, die meisten Webseiten aber nutzen eine oder zwei Sprachen und brauchen all diese Zeichen gar nicht. Eine englische Seite beispielsweise nutzt die Buchstaben a bis z in Groß und Klein, die Ziffern 0 bis 9 sowie einige Satzzeichen. Entfernt man die Outlines für alle anderen Zeichen, reduziert sich die Größe des Fontdatei signifikant. Wer nur den Namen des Unternehmens als Web-Font braucht, kann sogar so weit gehen, alle anderen als die paar benötigten Buchstaben zu löschen.

Gleiches gilt für bestimmte OpenType-Tabellen, die für Web-Fonts überflüssig sind. Beispielsweise die Kern-Tabelle. Obwohl sie sehr wichtig klingt, nutzt sie tatsächlich kein einziger Browser. Diejenigen, die Kerning unterstützen, beziehen ihre In­for­ma­tionen aus der Glyph Positioning Table, sodass man auf die Kern-Tabelle guten Gewissens verzichten kann. Viele hochwertige Fonts enthalten OpenType-Features wie Ligaturen, Small Caps oder stilistische Alternativen. Macht die Website aber keinen Gebrauch von diesen, ist es sinnvoll, auch sie zu entfernen.

Bevor Sie den neuen, reduzierten Font verwenden, sollte Sie ihn in allen vorgesehenen Browsern gründlich ausprobieren – und zwar mit eigenen Inhalt, nicht mit Blindtext. Denn gerade in Namen, Zitaten und Orten können sich Buchstaben und Zeichen verstecken, die in der Sprache der Website sonst nicht vorkommen. Ein englischer Artikel über Typedesigner könnte etwa den Namen Frank Grießhammer, mit dem im Englischen nicht vorhande­nen ß enthalten. Wer seinen Font zu aggressiv verkleinert hat, wird feststellen, dass der Browser das ß mit einem ungewünschten Fallback-Font rendert. Beim Subsetting entfernt man diese Elemente aus dem Font – sie sind nicht deaktiviert, sondern vollständig verschwunden. Will man sie wieder hinzufügen – zum Beispiel weil auf der Website jetzt doch Ligaturen zum Einsatz kommen sollen –, bleibt nichts anderes übrig, als zum Masterfont zurückzugehen und ein neues Subset zu kreieren.

Web-Fonts generieren

Wer seinen eigenen Web-Font gestalten möchte, ist mit Font Squirrels Webfont Generator gut bedient. In dem kostenlosen Programm können Sie die benötigten Ausgabeformate ebenso definieren wie die Subsetting-Optionen und die gewünschten OpenType-Features. Das Ergebnis ist eine Zipdatei mit allen benötigten CSS- und Fontfiles.

Web-Font-Services wie Typekit, Fontdeck oder Google Fonts übernehmen all diese Aufgaben und noch mehr. Sie verfolgen neue Entwicklungen hinsichtlich Fontformaten, Rendering oder Browserunterstützung und liefern darüber hinaus Tools, die simulieren, wie eine Schrift auf einem bestimmten Browser und Betriebssystem aussehen wird. Eine bequeme Möglichkeit für diejenigen, die zwar mit Web-Fonts gestalten, aber nicht zu tief in die Technik einsteigen wollen.


 

 

Qualität erkennen. Der gleiche Font unter Windows XP (ganz oben links) und Mac OS X. Darunter: Bei genauerem Blick zeigt sich, dass der Font links nicht ordentlich gehintet ist. Einige Buchstaben werden fetter dargestellt als gewünscht (w, x, e oder der i-Punkt), andere wie m oder a sind richtiggehend deformiert.

 

 

Web-Fonts erzeugen. Mit Font Squirrels Webfont Generator lassen sich eigene Web-Fonts erstellen. Unter »Custom Subsetting« kann man genau einstellen, welche Zeichen und Funktionen man braucht und welche nicht.


Zum Autor:

Bram Stein arbeitet als Fonttechniker in Adobes Typekit-Team im kalifornischen San José. Der Niederländer musste sich anstrengen, seinen Text so zu formulieren, dass auch wir ihn verstehen konnten.


Zum Thema:

Best-Practices Typografie & Type Design

Variable Fonts


 

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