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Letterspace 50: Geballte Typo-Kompetenz aus den Niederlanden

Schon seit 2018 gibt es in Amsterdam den Typostammtisch Letterspace. Jetzt erschien ein tolles Buch, das Standpunkte und Arbeiten der ersten 50 Sprecherinnen und Sprecher versammelt – eine Inspirationsquelle auf höchstem Niveau.

Zunächst waren sie nur zu dritt: die Typedesigner Diana Ovezea, Sabina Chipara und Edgar Walthert gründeten letterspace.amsterdam als offene Initiative, die erforscht, was Typedesign alles sein kann. 

Die offene Gemeinschaft wuchs schnell, auch aufgrund der einmal monatlich stattfindenden Vorträge von lokalen Kreativen, die über die traditionellen Definitionen von Typografie und Schriftgestaltung hinausgehen und Künstler:innen, Designer:innen und Wissenschaftler:innen einladen, ihre Standpunkte und Arbeiten zu präsentieren, sowie Typedesign zu hinterfragen oder neu zu interpretieren. Die Vorträge sind öffentlich, kostenlos und erfreuen sich wachsender Beliebtheit. 

Der Designer Kuan-Ting Chen, der 2022, noch als Student, beim Wettbewerb »Best Book Design from all over the world« eine Goldmedaille für sein Buch »Met Stoelen« bekam, hatte  die Idee, aus den letterspace.amsterdam-Vorträgen ein Buch zu machen. Zusammen mit dem in Amsterdam lebenden Schweizer Grafik- und Typedesigner Edgar Walthert, der PAGE-Lesern vor allem durch seine intelligente Schrift Logical bekannt ist, wurde die Idee in die Tat umgesetzt.

So entstand »Letterspace 50«, 448 prall gefüllte Seiten mit Standpunkten und Projekten der ersten 50 Sprecherinnen und Sprecher. Man begegnet bekannten Namen wie Hansje van Halem, Bram de Does und Novo Typo, aber auch noch weniger bekannten wie Inna Kochkina, Kevin Rooi und Pink Pony Express.

Gestaltet haben das fadengeheftete, schwarzweiß gedruckte Buch Kuan-Ting Chen und Kasper Quaink, das Vorwort stammt von Edgar Walthert. Vor allem dank seines kleinen Formats von 12 mal 16,5 Zentimter findet es auf jedem Schreibtisch Platz und es macht Riesenspaß, es zwischendurch immer mal wieder in die Hand zu nehmen und sich inspirieren zu lassen: von Ideen, Methoden und Menschen, die zeigen, dass Typografie keine enge Disziplin ist, sondern eine lebendige, experimentelle, die manchmal unerwartete Ergebnisse hervorbringt.

Erhältlich ist »Letterspace 50« bei IdeaBooks, es kostet knapp 30 Euro.

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