Interior Design

Für Grafik- und Webdesigner wird Interior Design immer dann relevant, wenn die von ihnen gestaltete Kommunikation das Environment der Zielgruppe mit beeinflusst. Denn beabsichtigt oder nicht – gedruckte, übertragene oder gesendete Information kann Umgebungen gravierend verändern. Dies gilt für Coffee-Table-Zeitschriften und -Books genauso wie für in Bahnhöfen oder Airports aufgestellte Litfaßsäulen oder Werbedisplays (Points of Interest), aber auch für mobile Inhalte und virtuell erweiterte Realität (Augmented Reality), wobei der Übergang zur Gestaltung des Außenraums oft fließend ist.

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Designers’ Open 2018

26.10.2018 - 28.10.2018

Kongresshalle am Zoo, Leipzig

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Design für Haustiere

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Viele träumen davon, einen eigenen Shop zu eröffnen … Doch wie macht man ihn zum Kundenmagneten?

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FCB Hamburg Blick ins Studio

Blick ins Studio: FCB Hamburg

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Multichannel-Strategie und wohnliches Filial-Konzept soll Haspa attraktiver machen.

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In gewissem Sinne war Interior Design schon immer technikaffin – immerhin formt es nicht nur ein schönes, schickes, edles oder wie auch immer anmutendes »Interieur«, sondern auch Fabrikhallen, Werkstätten, Büroräume, Krankenhäuser (Healthcare Design), Hotels, Restaurants, Geschäftsräume und Messestände (Retail Design) und Museen (Exhibition Design) sowie das Innere von Autos, Flugzeugen, Zügen und Schiffen. So ist Interior Design nicht nur auf Effekt bedacht, sondern erforscht und schafft die Bedingungen von Effizienz. Auch Themen wie Benutzerfreundlichkeit, Verbraucherbewusstsein, Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit gehören in den Wirkungsbereich von Interior Designern (Stichwort Universal Design).

Durch das Eindringen der digitalen Interfaces in den Raum ist in den letzten Jahren ein weiterer kommunikationstechnischer Aspekt hinzugekommen, der zunehmend auch die Objekte im Raum affiziert und interagieren lässt (Stichwort Internet of Things). Auf diese Weise wurde das Interaction Design zur neuen Schwesterdisziplin des Interior Designs.


Der folgende Beitrag wurde zuerst in PAGE 08.2016 veröffentlicht.
Autorin: Heike Edelmann


INHALT

1 Büro leben
2 Smarte Grundrisse
3 Beispiele von Büroeinrichtungen
4 Blick-ins-Studio-Beiträge


1 Räumlichkeiten von Designbüros und Kreativagenturen

Eine transparente Tür mit der Aufschrift »f+s design for human nature« führt in die neuen Räumlichkeiten der feldmann+schultchen design studios im ehemaligen Kontorhaus des Hamburger Großmarkts für Obst und Gemüse. Wie die benachbarte Großmarkthalle mit ihrer charakte ristischen Wellenform stammt auch das Mitte der 1960er Jahre errichtete Bürohochhaus von dem Architekten Bernhard Hermkes. Mit selbst entworfenen Möbeln und Details haben die Kreativen den denkmalgeschützten Ort mit der Gegenwart verknüpft und für die speziellen Anforderungen des Designstudios, das Gestaltungslösungen von der Nivea-Dose bis zur Tankstellenarchitektur entwickelt, optimiert.

»Die Räume würde außer uns niemand so nutzen. Leute, die hier zum ersten Mal reinkommen sagen: Endlich verstehe ich, wie ihr arbeitet«

erzählt Arne Schultchen, Gründer und Geschäftsführer von f+s.

Auf der linken Seite des länglich geformten Foyers steht ein roter Empfangstresen, gegenüber sind 60er-Jahre-typische Einbauten aus Mahagoni zu sehen. Das Zentrum des Flurs bildet eine lange Tafel, an der sich das Studioteam zur Mittagspause trifft oder Auftraggeber zum Essen einlädt. Über dem Tisch hängt eine silberfarbene Leuchte, die an Richard Buckminster Fullers geodätische Kuppeln erinnert – Fläche wird zu Raum. Nebenan, in der früheren Fernmeldezentrale, kann gemeinsam gekocht werden. Auf der dem Foyer gegenüberliegenden Gebäudeseite sind vier Studios mit mobilen und höhenverstellbaren Schreibtischboxen untergebracht.

Durch Einziehen von Glasscheiben entstanden aus einem Teil des früheren Auktionssaals Projekträume. Sie bieten einen freien Blick in den riesigen Saal, der perfekt fürs Konstruieren von Architekturmodellen ist, selbst wenn diese mehrere Meter Höhe erreichen. Eine ganz wesentliche Möglichkeit für die Designer von f+s.

»Indem wir räumliche Konzepte um uns herum bauen, können wir sie direkt erleben und beurteilen«

erklärt Arne Schultchen. In den beiden Werkstätten daneben wird gesägt, geschliffen und lackiert, für Bauteile und Prototypen steht ein 3D-Printer zur Verfügung. Die Räumlichkeiten sind also bis ins kleinste, verspielte Detail auf die
Arbeitsweise von f+s zugeschnitten – und das teilt sich auch dem Besucher mit.

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2 Smarte Grundrisse fördern Kommunikation und Ruhe

Die Umnutzung denkmalgeschützter Bauten – auch die Ulmer Digitalagentur zeroseven hat sich dafür entschieden – ist aber nur eine von vielen Möglichkeiten, ein einzigartiges Office zu schaf­fen, mit dem Kreativunternehmen ihre Corporate Identity nach innen und außen zum Ausdruck bringen können. Im Frankfurter Büro von Syzygy etwa (siehe PAGE 08.2016, Seite 101) empfangen den Besucher eine futuristisch anmutende Innenarchitektur und fließende Formen – entworfen und umgesetzt von den Interior-Design-Spezialis­ten 3deluxe. Die Design- und Brandingagentur Peter Schmidt Belliero & Zandée hat dagegen für ihre Räume in der Hamburger Hafencity ein geradliniges Raum-im-Raum-System aus Glas konstruiert, das ihre Philosophie transportiert (siehe PAGE 08.2016, Seite 99). Und Strichpunkt Design wiederum hat in ihrem Berliner und Stuttgarter Büro lange Tische aufgestellt, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.

Welchen Aspekt auch immer eine Agentur in den Vordergrund rückt, »essenziell für eine gelun­gene Büroeinrichtung sind smarte Grundris­se, die Wege optimieren und die Kommunikation, aber auch Ruhe im Raum fördern«, sagt Innen­architektin Sabine Oster aus Hofheim am Taunus, die sich auf die Büroausstattung junger Unterneh­men spezialisiert hat. Zudem seien eine gute Raumakustik und ergono­misch gestaltete Arbeitsplätze von großer Be­deu­tung. Hat man diese Grundfragen gelöst, geht es im nächsten Schritt um die Integration von Sozialräumen, informellen Meetingzonen und Rückzugsorten, in denen Mitarbeiter zum Beispiel ungestört telefonieren können.

Bei Unternehmen der Kreativbranche steht im Interior Design der Kommunikationsgedanke im Vordergrund. Speziell in Start-up-Offices fin­den sich daher vermehrt Tribünen oder Podeste mit Sitzkissen zum Chatten, Essen oder als Ort für den Gedankenaustausch.

»Mitarbeitern soll und muss ein zentraler Anlaufpunkt geboten wer­den, der sowohl zur Büroversammlung wie auch zum Mittagessen und After-Work-Drink einlädt«

betont Sabine Oster. »Darüber hinaus geht es da­rum, einzelne Highlights zu setzen, zum Bei­spiel durch einen tollen Empfang.« Als einfache, aber effektvolle Methode, abstrakten Büroräumen Wie­dererkennungswert zu verleihen, empfiehlt sie, Wandflächen farblich partiell hervorzu­he­ben. Auch der Einsatz von Schrift kann recht wir­kungs­voll sein. So wie etwa Strichpunkt Design Thesen aus »Good Design is a Tough Job« – dem Buch der beiden Gründer Jochen Rädeker und Kirsten Dietz – zur Gestaltung ihrer Agenturräume nutzt. Der Kreativität sind auch hier keine Grenzen gesetzt!

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Zur Autorin:
Heike Edelmann hat ein Faible für Räume mit überraschenden Details, die ihre eigene Geschichte erzählen. Ebenso schätzt sie skulpturale Möbel aus den Sixties und klare Gestaltung mit hanseatischem Understatement.


3 Beispiele von Büroeinrichtungen

Meet the Sixties: feldmann + schultchen design studios, Hamburg

Raum für Eingebungen: zeroseven design studios, Ulm

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4 Alle weiteren Blick-ins-Studio-Beiträge

Zur PAGE-Online-Serie »Blick ins Studio«



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