Wenn Sie noch nicht wissen, was ein „Twiller“ ist, dann sollten Sie an dieser Stelle weiter lesen. Schließlich haben wir extra einige Zeit gewartet, um ganz sicher zu gehen, dass auch Sie von dem Engagement von Kate Moss schon etwas gehört haben – und sich auf der Seite „tell-me-about-her“ ausführlich umgesehen haben.

Kate Moss, seit geraumer Zeit Topmodel aller Kampagnen der französischen Modemarke Longchamp, ist wie eine Sphinx, die sich immer wieder neu erfindet. Moss, deren Allüren und Eskapaden eher denen einer Schauspielerin oder eines Rockstars als denen eines Mannequins ähneln, bleibt für viele ein Rätsel. Und das nicht nur, weil sie einen Trend nach dem anderen setzt – Aufmerksamkeit und viel Presse sind bei Kate immer garantiert.


Daher wird auch ihrer neuen Rolle als Designerin viel Beachtung geschenkt, denn nach ihrer Kollektion für Top 
Shop hat sie nun für Longchamp ihre eigene Taschenserie auf den Markt gebracht. An dieser Stelle sind nicht die Taschen Sensation. Es geht um die Art und Weise, wie Produkte und Topmodel im Web vermarktet werden.


Die Kampagne „
tellmeabout-her“ ist schlicht und steht im Gegensatz zu der sonst so bunten Modewelt mit vielen Fotos. Und es passt alles: Der Titel, angelehnt an ein Lied von Elvis Costello. Der Song, dessen Text aus einzelnen Lyrics besteht, den Besucher der Seite posten, und dessen Sound einfach rockt. Und mit Rock kennt sich Kate aus, war sie doch Freundin von Pete Doherty und Jamie Hince und nennt sie als Freundin Anita Pallenberg, die Muse der Rolling Stones.



Ihr eigenes Bild oder andere Fotos sind nur am Anfang zu finden. Dafür kleine schwarz-weiße Illustrationen, welche die kurzen Sätze charmant visualisieren. Diesen „
KateTouch“ bringt ein französische Poesie in das Leben – daher „Touch“ unbedingt Englisch mit französischem Akzent aussprechen – und ein wenig kreative Leichtigkeit in diesen langen Winter.

Die Lyrics stammen aus User-Hand, und endlich können sich mal alle über Kate auslassen – ohne dass gleich der Rechtsanwalt droht. Geschickt, wie die Macher der Kampagne Kates Image nutzen, Web 2.0-mäßig an User, Interaktion und Adressen zu kommen. Mit „Check this out“ laden sie ein KreATivE zu sein und sich richtig ins Zeug zu legen, zumal die besten Aussagen mit einer Tasche und Playlist belohnt werden. Eine Playlist ist übrigens nichts anderes ein „Twiller“, einem Wortmix aus Twitter und Thriller, der seit 2008 Journalisten der New York Times das Leben zwischen Agent und Verleger erleichtert. Sie twillern einfach ihre Novels und sichern sich so Aufmerksamkeit und jede Menge Leser.


Einfach schön sind die Satzkombinationen und kleinen Illustrationen, die so im Widerspruch zum Glanz und Glamour der Modewelt stehen.


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