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Sprich mit mir Maschine! – im MoMA

Museumsehren für den Ideo Self-Service Banking-Automat – und viele Objekte mehr.

Museumsehren für den IDEO Self-Service Banking-Automat – und viele Objekte mehr.

Moderne Kommunikation und zwar zwischen Mensch und Maschine: Bis zum 7. November zeigt das Museum of Modern Art in New York die spannende Ausstellung »Talk to Me: Design and the Communication between People and Objects« – und untersucht darin wie Menschen und Gegenstände interagieren.

Eines der Geräte das an der 53th Street zu sehen ist, ist der Bankautomat, den die internationale Design Beratungsfirma IDEO für das Bankunternehmen BBVA aus Bilbao entwickelt hat.

Mit dessen Interface soll die Kommunikation zwischen Bank und Kunden eine neue Ebene erreichen, einfacher und persönlicher werden.

Der Bankautomat erkennt den jeweiligen Nutzer, ruft entsprechend seiner am häufigsten durchgeführten Transaktionen, eine personalisierte Benutzeroberfläche auf und veranschaulicht anhand von Grafiken welche Vorgänge der Automat jeweils ausführt.

Das alles ist auf einem Touchscreen zu sehen, auf dem alle Transaktionen durchgeführt werden – Eingabe der PIN inklusive. Auf weitere Knöpfe wird verzichtet. Wählt man einen Betrag zur Auszahlung, erscheinen die einzelnen Scheine auf dem Screen und der Betrag kann durch Berühren je nach Wunsch gestückelt werden. Ist die Auswahl getroffen, gleiten die Scheine auf dem Screen virtuell zur reellen Geldausgabe.

Der preisgekrönte Bankautomat ist einer von einer großen Auswahl an Objekten, zu denen ein weißer, mit Braille überzogener Zauberwürfel für Blinde gehört, entworfen von dem erst 23jährigen Konstantin Datz, der an der Fachschule Potsdam studiert, ein NYC MetroCard Automat, Kioske, an denen man sich selbst einchecken und bedienen kann oder die Figuren aus Yann Le Coroller’s Talking Carl App, die den Besucher am Eingang wohl gelaunt mit schriller Stimme begrüßen.

Viele der Objekte sind auf Internationalität, auf visuelle Kommunikation und eine Welt ausgelegt, an deren Knotenpunkten Menschen mit den unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen aufeinander prallen. Oder sie sind pfiffige Experimente wie die die kleinen Roboter Tweenbots von Kacie Kinzer, die durch die Ausstellung schwirren oder Michiko Nittas Spielzeug Mr. Smilt, das auf das Weinen eines Babys mit eigenem Weinen reagiert, um es zu beruhigen. Aber auch Objekte an der Schwelle zur Kunst wie Sascha Nordmeyers Communication Prothesis werden gezeigt, eine Spange, die man sich zum immer währenden Lächeln in den Mund stecken kann.

Großartig auch der EyeWriter, der einem querschnittsgelähmten Graffiti-Künstler erlaubt, seine Arbeiten zu verwirklichen oder das Real-Time-Game Chromaroma, das die Mitspieler durch London schickt.

Eine Auswahl sehen Sie in unserer Bildergalerie.

BakerTweet (2009): Twittert, wenn die Köstlichkeiten im Ofen fertig gebacken sind.
Bild: Poke and Andrew Zolty
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MetroCard vending machine: Kartenausgabe der New Yorker Metro von Antenna Design, 1999
Bild: Courtesy of Antenna Design
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Tenori-On: digitales Musikinstrument von Toshio Iwai, das schon Björk auf ihrer Welttournee benutzte
Bild: Museum of Modern Art
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Kombinationsspiel mit Braille: Zauberwürfel für Blinde von Konstantin Datz
Bild: Konstantin Datz
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Nie mehr alleine beten: Prayer Companion des Interaction Research Studio der Goldsmiths University London
Bild: Goldsmiths University of London
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Immer ein Lächeln in den Lippen: Communication Prosthesis von Sascha Nordmeyer
Bild: Sascha Nordmeyer
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Immer ein Lächeln in den Lippen: Communication Prosthesis von Sascha Nordmeyer
Bild: Sascha Nordmeyer
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Gesprächige App: Talking Carl von Yann Le Coroller
Bild: Yann Le Coroller
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Suwappu: Augmented Reality Spielzeug von Dentsu London
Bild: Dentsu London
9/14
Lift me up: Bei Bedarf größer werden mit dem Advice von Adi Marom
Bild: Charlie Wan
10/14
Spielerisch Schriftzeichen lernen: mit den wandelbaren Stecktieren von Shigeru Ishitsuka und Misako Kirigaya
Bild: BANDAI
11/14
Zum Avatar werden: mit der Avatar Machine von Marc Owens
Bild: Rhiân Owens
12/14
Den Bäumen lauschen mit Alex Metcalf
Bild: Alex Metcalf
13/14
Im Dunkeln beten: mit El Sajjadah, einem elektroluminizierenden Teppich von Soner Ozenc
Bild: Soner Ozenc
14/14
Produkt: eDossier »Ausstellungsdesign – Cases, Insights, Perspektiven«
eDossier »Ausstellungsdesign – Cases, Insights, Perspektiven«
73 Seiten Making-ofs, Projekte und Überblicksartikel zu den Themen Ausstellungsdesign und Szenografie – klassisch, interaktiv, virtuell

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