Social Design – Design for Good

Wie Kreative echten Mehrwert für gemeinnützige Projekte stiften können, welche Angebote Agenturen und Hochschulen dafür schaffen, das steht in PAGE 01.2019 



Editorial: Design for Good

Eines gleich vorweg: »Social Design« ist ein Pleonasmus. Alles Design ist sozial, die Gestaltung unserer Dinge geht zwangsläufig mit der Gestaltung unserer Gesellschaft einher. Dennoch wählen wir den Begriff Social Design für die Titelgeschichte dieser Ausgabe. Denn »er verlangt, dass gutes bzw. legitimes Design gegen schlechtes bzw. illegitimes Design abgegrenzt wird«, wie es Annette Geiger, Professorin für Theorie und Geschichte der Gestaltung an der Hochschule für Künste in Bremen, treffend formuliert. In ihren Augen hat die »inflationäre, unreflektierte und rein konsumistisch gedachte Ausbreitung von Design als universellem Verkaufszweck für Dinge, die die Welt nicht braucht«, das Recht verwirkt, überhaupt noch als Gestaltung bezeichnet zu werden.*

Wenn wir in PAGE 02.2019 von Social Design sprechen, meinen wir damit also weder eine eigene Designdisziplin noch einen Trend, sondern vielmehr die Konzentration auf das, was gutes Design ausmacht: die Fähigkeit, gemeinnützige Veränderungen herbeizuführen und zu unterstützen. Genuines Design kann Systeme neu denken, Prozesse definieren und Antwort geben auf die Frage, wie man Gutes tun kann, aber auch – und das ist mehr als legitim – auf die Frage, wie man damit gutes Geld verdient. So ist Non-Profit für die junge Generation der Soziopreneure denn auch längst ein Modell von gestern. Wer möchte schon seine Zeit damit vergeuden, Geld zu erbetteln.

Wir können stattdessen Erkenntnisprozesse auslösen, Veränderungen anstoßen, Informationen ver mitteln, kulturelle Einbettung schaffen und, ja, Unternehmertum ermöglichen. Nicht von ungefähr sagt Designberater Michael B. Hardt in PAGE 07.12: »Der größte Markt des 21. Jahrhunderts wird der Umbau unserer Gesellschaft von einer massenkonsumierenden Wegwerf- hin zu einer nachhaltig effizienten Nutzengesellschaft. Damit verbunden ist auch das Beheben der sozialen, ökologischen und ökonomischen Schäden. Der Designer des 21. Jahrhunderts wird an dieser Aufgabe entscheidend mitwirken und auch davon profitieren. Der Designer des 20. Jahrhunderts hat hingegen erheblich zu den genannten Schäden beigetragen. Er ist ein Auslaufmodell.« Wen wundert es da, dass heute speziell von Designern immer mehr soziale Projekte for good angeschoben werden – und sich die Designausbildung entsprechend neu ausrichtet.

Gabriele Günder, 
Chefredakteurin/Publisherin

 

*Claudia Banz (Hrsg.): Social Design. Gestalten für die Transformation der Gesellschaft. Bielefeld (transcript Verlag) 2016


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