Komposition Marke

Tagtäglich schickt man uns Bücher in die PAGE-Redaktion, übers Jahr kommen einige Regalmeter zusammen. So etwas wie dieses Buch, bei dem ein Profi-Esoteriker und der Inhaber einer absolut ernst zu nehmenden Agentur aus Graz zusammenwirkten, war aber noch nicht dabei …



Tagtäglich schickt man uns Bücher in die PAGE-Redaktion, übers Jahr kommen einige Regalmeter zusammen. So etwas wie dieses Buch, bei dem ein Profi-Esoteriker und der Inhaber einer absolut ernst zu nehmenden Agentur aus Graz zusammenwirkten, war aber noch nicht dabei. Da stolpert man über Sätze wie „Die Blüte der Marke ist das himmli­sche Ideal in materieller Selbstverwirk­­lichung“ oder „Die vierte Dimension ist die Wahrnehmung der Marke als leben­der Organismus“. Auch schön: „Der Mis­sionserfüllung der Marke ist die Beson­derheit und Heiligkeit inhärent“.

Dass Markenfetischismus heute als Ersatzreligion dient, ist ja nichts Neues. Wie eine parodistische Über­spit­zung die­ser Entwicklung wirkt es, wie hier Corporate Design im Gleichklang mit dem Kosmos schwingt und wie unbekümmert Katholizismus, Scientology, Yin und Yang, Dan Browns „Illuminati“ mit Marketingkonzepten verquirlt wer­den. Ja, Kapitalismus und Absatzförderung stehen im Einklang mit dem Universum und helfen zudem bei der Selbstfindung, denn – so wisset ihr lieben Werber und Designer – „im Eigenklang finden wir die Basis für den Weg einer Marke: Aus der Dunkelheit des Kollektivs zur eigenen, erstrahlten ICH-Persönlichkeit im Ausdruck des Selbst.“ Mehr Erleuchtendes findet sich unter www.kompositionmarke.at.

> Norbert Adam und Philipp Raunigg:

Komposition Marke. Marketing und Kommunikation in einem neuen Bewusstsein. Darmstadt (Synergia Verlag) 2009, 36 Euro. isbn 978-3-9502864-9-6


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