Interview: Die neue Weltkunst

Das Magazin »Weltkunst« aus dem ZEIT Kunstverlag erscheint morgen in komplett erneuerter Gestalt. Verantwortlich als Creative Director war Mirko Borsche. Wir sprachen mit ihm über den Relaunch.



Bild Weltkunst

Morgen, am 24. April, erscheint die neue Ausgabe des Magazins »Weltkunst« aus dem ZEIT Kunstverlag. Abonnenten und Leser werden überrascht sein, denn das Magazin erhielt einem Relaunch, unter der kreativen Leitung von Mirko Brosche, der regelmäßig für die ZEIT arbeitet. Wir sprachen mit dem Designer über die Neuerungen.

Bild Mirko Borsche

Bild: Mirko Borsche © ZEIT

PAGE: Was sind die größten Veränderungen im Rahmen des Relaunches von WELTKUNST?

Mirko Borsche: Die WELTKUNST ist das führende Magazin für den deutschen Kunstmarkt, gegründet 1930 in Berlin. Diese Tradition und Kompetenz stellen wir mit der optischen Überarbeitung heraus. Das Magazin hat jetzt eine klare Struktur: Zum Einstieg feste Kolumnen und Rubriken, es folgt der opulente Mittelteil mit großen Geschichten und Bildstrecken und zum Schluss die neue »Agenda« mit allen wichtigen Ausstellungen, Auktionen, Messen und Nachrichten.Die Agenda hat eine eigene Titelseite bekommen und für die Meldungen und Artikel auf den folgenden Seiten haben wir Schriftgrade und Größen vereinheitlicht, um ein stärkeres Schriftbild zu generieren.

Die Schrift war allgemein ein großes Thema. Durch die vielen Lesergespräche, die wir in den vergangenen Wochen geführt haben, wurde deutlich, dass wir die Lesbarkeit gerade auf den Serviceseiten zu verbessern hatten. Das haben wir getan. Lauftext und Headline wurden ersetzt.   

Was sind die Ziele des Relaunches?

Die Überarbeitung stellt die Rolle heraus, die die WELTKUNST in der Kunstwelt hat. Wir machen das Heft aus Liebe zur Kunst – und das soll man auch sehen und spüren. Der Relaunch bietet mehr Raum, um die Kunst zu präsentieren, sie in den Vordergrund zu stellen, zum Beispiel durch unser neues Titelkonzept. Wir haben das Cover noch klassischer gestaltet, mit viel Raum für die Fotografie, gleichzeitig aber oben und unten auf elegante Art die Möglichkeit zu schaffen, insgesamt ein halbes Dutzend weiterer Themen und Namen, die im Heft vorkommen, zu platzieren. So schaffen wir weitere Kaufanreize und bleiben gleichzeitig elegant. Der Relaunch betont die Seriosität der Arbeit der Redaktion, ich würde sagen: ernsthaft, mit einem kleinen Augenzwinkern zwischendurch. Er ist weniger modisch als zuvor ohne dabei an Modernität zu verlieren.

Die Redaktion kennt sich in der Kunstgeschichte ja so gut aus, dass wir künftig jeden Monat eine Rubrik bespielen mit dem Titel »Heimliche Zwillinge – viele Prominente haben Doppelgänger in den Museen, von denen sie nichts ahnen«. In der ersten Folge zeigen wir ein Selbstbildnis des Malers Barent Fabritius aus dem 17. Jahrhundert, das im Frankfurter Städel hängt – er sieht Michael Jackson wirklich unglaublich ähnlich. Solche unterhaltsamen Formate wechseln sich etwa mit aktueller Kunstmarktanalyse-Kolumne der Handelsblatt-Redakteurin Susanne Schreiber ab. Unser Layout bietet den idealen Rahmen für diese thematische Bandbreite, und behält gerade deshalb eine sehr eigene Handschrift.

Was war Ihr neues Gestaltungskonzept?

Die neue Gestaltung ist klar, inhaltsbetont, klassisch aber dadurch zeitgemäß. Ein wesentlicher Bestandteil der Gestaltung ist die Reduktion ohne dabei an Emotion zu verlieren.

Das Titelbild zeigt den Künstler Günther Uecker vor einem seiner Werke. Wird dieses Konzept – Künstler und ihre Werke auf dem Titel – eine Konstante der neuen WELTKUNST sein?

Ja, wir haben ein neues Titelkonzept entwickelt, das aus zwei Teilen besteht. Auf dem Cover werden wir immer Menschen mit ihrer Kunst zeigen. Das können Sammler sein, Händler, Museumsleute und natürlich Künstler wie diesmal Günther Uecker, der die alten und neuen Leser strahlend, mit offenen Armen begrüßt. Im Hintergrund ist eine neue Arbeit von ihm zu sehen. Blättert man anschließend ins Heft, stößt man sofort auf die Rubrik »Unser Titelbild«. Dort ist die neue Arbeit vom Cover wieder zu sehen, diesmal ohne Günther Uecker.  In einem kurzen Text erklären wir die Hintergründe zu dem Werk. So führen wir die Leser emotional ins Heft – über den Menschen und seine Kunst – und bieten im zweiten Schritt das, was man von der WELTKUNST erwartet: kompetenten, leicht verständlichen Kunstjournalismus.       


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