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»Uniperverse«: Das steckt hinter der ADC-Gewinnerarbeit

Vanessa Melzners Bachelorarbeit ist vor allem eins: wunderbar weird! Dafür gab’s beim ADC Junior Award 2020 einen Grand Prix. Wir sprachen mit ihr über ihre Arbeit.

ADC Junior Award 2020 Grand Prix Uniperverse
ADC Junior Award 2020 Grand Prix Uniperverse

Ufos und Sex, 60er-Jahre-Look und Documentary, Pseudowissenschaft und Traumwelten: In dem Kurzfilm »Uniperverse« treffen viele Welten aufeinander. Nicht nur der Inhalt ist originell, sondern auch die Umsetzung. Die ADC-Jury befand: »Einfach geil.« (Hier geht’s zum kompletten Jury-Statement.)

»Uniperverse« ist die Bachelorarbeit von Vanessa Melzner an der Fakultät Gestaltung der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt. Wir wollten wissen, was hinter der Arbeit steckt und wie es bei ihr jetzt weitergeht.

Wie kamst du auf die Idee von Uniperverse?

Vanessa Melzner: Unerklärliche Phänomene haben auf mich schon immer einen ganz besonderen Reiz ausgeübt. Auch Verschwörungstheorien jeglicher Art empfinde ich als wahnsinnig interessant, ob sie nun einen wahren Kern haben oder nicht. Irgendwann habe ich dann etwas über UFOs gelesen und wenig später über Entführungen durch Aliens – einige davon mit sexuellen Hintergrund. Das war für mich fesselnder als jeder Thriller. Die verrücktesten Einzelheiten aus den Berichten habe ich dann miteinander vermischt und ein bisschen aufgewertet – so war Uniperverse geboren.

Was war dir bei Konzeption, Gestaltung und Umsetzung besonders wichtig?

An erster Stelle stand der Spaßfaktor und die Verrücktheit in den Geschichten. Animation ist unglaublich viel Arbeit.

Wenn dir dein Thema keine Freude bereitet, wirst du nie dein ganzes Herzblut und deine Zeit in ein Projekt investieren.

An zweiter Stelle standen die Optik und der Sound. Beides sollte an die 60er-Jahre erinnern, ohne kitschig zu wirken. Auch die Sprecher sollten glaubwürdig sein, weshalb ich unter anderem einen Schauspieler aus L.A. und einen in New York lebenden Franzosen kontaktiert habe. Die meiste Zeit habe ich allerdings in die Szenen-Übergänge investiert.

Was hast du aus dem Projekt gelernt?

Das Thema meiner Bachelorarbeit heißt »Science vs. Fiction«. Wie der Name sagt, habe ich mich sehr viel mit der wissenschaftlichen Seite der UFO-Thematik befasst, genauso aber auch mit der fiktionalen Seite und den Verschwörungstheorien. Neben den Fallberichten ging es unter anderem um UFO-Klassifizierungen, die Area51, Forschung an der Antigravitation, Zeitreisen, Roswell, die S.E.T.I, die »Men in Black«, diverse Geheimprojekte und um das Genre Science-Fiction an sich.

Bei der Umsetzung wollte ich mich weiterentwickeln, indem ich sowohl neue Software als auch einen neuen Style ausprobiert habe. Ich musste die Erfahrung machen, dass es hilfreich sein kann, den Kopf abzuschalten und massenweise Styleframes zu generieren, ohne dabei zu wissen, welche Szenen später benötigt werden. Es ergeben sich während der Arbeit oft ganz neue Ideen und man kann zum Schluss die besten Bilder auswählen.

Inzwischen ist mir auch klar geworden, dass einem kein Thema peinlich sein sollte.

Wie geht es bei dir weiter?

Vanessa Melzner
Vanessa Melzner

Derzeit gefällt mir meine Tätigkeit sehr gut. Ich arbeite seit kurzem bei Walt Disney im Motion Design und sammle Berufserfahrung. Für meine weitere Entwicklung bin ich offen, langfristig arbeite ich aber auf die Selbstständigkeit hin.

 

Mehr zum Thema:

Vanessa ist nicht die einzige Grand-Prix-Gewinnerin in diesem Jahr: Auch Farina Lichtenstein holte mit ihrer Semesterarbeit „nicht gönnen können« die höchste Auszeichnung. Hier geht’s zum Interview mit ihr.

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