Ultimate Objects: Fließende Grenzen zwischen VR und Alltagsgegenständen

Wie sich die VR-­Technologie für spekulative Gedankenexperimente nutzen lässt, erforscht Gian Klainguti in seiner Mas­ter­thesis »Ultimate Objects«.



Zürcher Hochschule der Künste. Eine der philosophischen Fragen, die er durch die Gestaltung immersiver Erfahrung klären möchte, lautete: »Leben wir in einer Simulation?«. Dazu unternahm Klainguti zunächst einen Selbstversuch, bei dem er eine Woche lang allein in einer Berghütte ohne jegliche elektronische Geräte verbrachte und dabei all seine Interaktionen mit der Um­welt den verschiedenen Sinnen zuordnete. Dies führte ihn zu der These, dass VR-Erfahrungen, die nur auf visuellen und akustischen Reizen beruhen, immateriell bleiben und erst die haptische Wahrneh­mung bewirkt, dass wir eine Simulation als real emp­finden. Und so schließt er seine Arbeit mit einem Gedankenexperiment, den »Ultimate Objects« ab.

Leben wir in einer Simulation?

Dabei geht der Designer von der Idee aus, dass fortschrittliche VR-Systeme künftig in der Lage sein werden, gewöhnliche Objekte, etwa einen Stuhl, zu »hacken«, um ihn virtuell in unterschiedlichste Kon­texte zu integrieren. So könnte er sich in einer VR-Anwendung in einen Weltraum-Scooter verwandeln, ein Staubsauger diente als Blaster und ein Ventilator als Windmacher, um einen interstellaren Fahrtwind zu erzeugen. Die Alltagsgegenstände würden also ihre ursprüngliche Funktion verlieren und sich dynamisch an die kreative Umgebung des VR-Systems und dessen Fähigkeiten anpassen. Im Gegensatz zu AR, die die Realität mit virtuellen Informationen an­reichert, erweitern die »Ultimate Objects« die virtuelle Umgebung also um physische Materie. Um das abstrakte Konzept verständlicher zu machen, schuf Gian Klainguti die Fotoserie »Holiday«, die ihn im Urlaub in der virtuellen Realität zeigt.


Schon während seines Bachelorstudiums arbeitete Gian Klainguti als Mixed Media Producer. Rund zehn Jahre nach seinem ersten Abschluss setzte er nun einen Master drauf. In seiner Thesis »Ultimate Objects« ging es um die Bedeutung haptischer Sinneseindrücke für möglichst realistische Virtual-Reality-Erlebnisse. Mit der Fotoserie »Holiday« illustriert Gian Klainguti das Konzept auf humorvolle Weise



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