Keine Creative Cloud mehr für venezolanische Designer

Wegen Trumps US-Sanktionen ist Adobe gezwungen, alle Konten in Venezuela deaktivieren – mit schlimmen Folgen für Kreative.



Adobe-Nutzer in Venezuela erhielten kürzlich eine Schocknachricht: Aufgrund der von Donald Trump beschlossenen Sanktionen gegen das Land dürfen venezolanische Kreative sämliche Produkte der Creative Cloud nicht mehr nutzen.

Nicht mal Abo-Gebühren können erstattet werden, denn auch jegliche Finanztransaktionen mit Venezuela verbietet das Dekret des US-Präsidenten. Bis zum 28. Oktober gibt es eine Galgenfrist, um in der Cloud gespeicherten Content downzuloaden. Immerhin Behance bleibt wohl weiter zugänglich, was anfangs nicht klar war.

Eine Katastrophe ist das nicht nur für oppositionellen Medien, die ohnehin schon ums Überleben kämpfen und von der Regierung kaum noch Zeitungspapier für den Druck bekommen. Auch Gestalter, die mit Adobe-Produkten ihr Geld verdienen, wissen nicht weiter. In den sozialen Medien grassiert die Panik unter den Kreativen, international gibt es viel Anteilnahme für die venezolanische Design-Community.

Mal wieder keine gute Idee von Trump – als ob das Land nicht schon genug unter der Diktator von Nicolás Maduro und der katastrophalen wirtschaftliche Lage zu leiden hätte ..

 

 

Screenshot Adobe FAQ zum Thema


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3 Antworten zu “Keine Creative Cloud mehr für venezolanische Designer”

  1. Oliwa sagt:

    Dass Donald Trump nun bestimmt, ob mein Adobe-Programm heute noch verwendet werden kann ist sicher ärgerlich, aber es gibt seit langem ECHTE ALTERNATIVEN ZU INDESIGN. Der VivaDesigner kann in vielen Bereich nicht nur mehr, er kann seit Neuestem auch direkt InDesign-Dokumente öffnen. Das bedeutet, dass mir meine InDesign-Dokumente nicht verloren gehen!
    Kann man kostenlos testen auf viva.de
    Der VivaDesigner ist käuflich zu erwerben! Zudem kann mit der VivaCloud auf Wunsch ebenfalls cloudbasiert gearbeitet werden.

  2. Wichtig: nicht der böse Trump allein ist verantwortlich, sondern Adobe stellt mit seinem Abomodell die Infrastruktur für den Missbrauch durch Tyrannen zur Verfügung. Genau das hatten die Kreativgemeinde ja auch vorausgesehen bei der Einführung der Creative Cloud. Viele verweigern sich diesem Modell. Zum Glück gibt es Alternativen.

  3. MDS sagt:

    Unfassbar. Als ich das im Spiegel gelesen habe konnte ich das schon nicht glauben. Erst einmal einen Daumen hoch dafür, das ihr das hier als News bringt, da Adobe (scheinbar) einer eurer Hauptanzeigenkunden ist, hätte ich das nicht gedacht. Gut so!

    An mich und meine Zunft: Was soll ich sagen? Ich finde das ehrlich gesagt richtig schlimm. Bei jeder WM formiert sich die Zunft als Heilsbringer, entwirft neue Plakate etc. Bei WIRKLICH wichtigen Themen herrscht eine bedrückende Stille. Niemand regt sich, es betrifft ja “die” und nicht “uns”. Es betrifft vor allem Designer, Kollegen, Familien. Solidarität mit Kollegen?

    Immer wieder lese ich das Design ja so viel mehr ist als schöne Dinge zu entwerfen..Design sei eine Haltung, wir als Designer stehen in der Pflicht verantwortungsvoll die Gesellschaft mitzugestalten etc. Was kann ich selber tun außer meinen Unmut darüber zu äußern? Wo sind die Verbände, die sich mit der Zunft identifizieren, auch wenn sie keine Clubbeiträge zahlen? Wo sind die großen Agenturen mit Verantwortung? Wo sind die Medien die sich detailliert und kritisch dazu äußern, außer den Ist-Stand zu beschreiben?

    Haltung zeigen, handeln, gestalten. Das wollen wir doch..?

    Ich bitte auch dies nicht als Adobe-Bashing zu verstehen, sie halten sich an beschlossenen Gesetze. Die Auswirkungen dieser Gesetze sind jedoch schlimm und willkürlich.

    Mein Kommentar dazu, ein Anstoß vielleicht. Eine Lösung kann auch ich leider nicht liefern..

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