BMW Guggenheim Lab eröffnet

Heute hat in Berlin das heftig diskutierte BMW Guggenheim Lab eröffnet.



Heute hat in Berlin das heftig diskutierte BMW Guggenheim Lab eröffnet.

 

Polizei sieht man viel rund um den Pfefferberg in Berlin Mitte, dem neuen Standort des BMW Guggenheim Lab, das nach den Protesten in Kreuzberg in das Kulturquartier gezogen ist. Mannschaftswagen flankieren den Eingang des ehemaligen Fabrikgeländes, Polizisten flanieren die Christinenstraße entlang – nur Demonstranten sind nicht in Sicht, zumindest eine halbe Stunde vor der offiziellen Eröffnung nicht. 

Überhaupt ist alles ganz schön unspektakulär rund um das Labor, das auf der Suche nach einer besseren Stadt – und zu 100% gesponsert von BMW – in sechs Jahren durch neun Städte rund um den Globus reist.

Im August 2011 ging es, und auch dort nicht ohne Proteste, in New York los, Berlin ist die zweite Station, dann geht es nach Mumbai – schnell und unkompliziert mit einer Architektur von Bow-Wow aus Tokio, die eine Art Box mit halb-transparentem Dach entwickelt haben, mit einer Visuellen Identität von Sulki & Min (hier im PAGE Porträt) und mit hehren Zielen.

Die junge Kuratorin Maria Nicanor vom Guggenheim Museum New York erklärt zu Beginn wie das Lab funktioniert, dass es Plattform für Diskussionen ist, Public Space mit durchgängig freiem Eintritt, Vorlesungssaal, Kino, Werkstatt und Think Tank ist, mit über 100 Veranstaltungen vom 15. Juni – 29. Juli, die von Aktionen der Maker-Bewegung, dem »Hacking« öffentlicher Räume, Essentouren zu Shops und Imbissen, Qi Gong zur städtischen Entspannung, 3D-Printing, Fahrradtouren und der Zukunft des Parkens zu Vorträgen des preisgekrönten kanadischen Journalisten Charles Montgomery, des Umweltaktivisten und Surfers Chris Hines oder Heidemarie Schwermer reichen, die seit 16 Jahren ohne Geld, eigene Wohnung und mit nur wenig Besitz lebt.

Viele Begriffe fallen, die schon lange arg strapaziert sind und von Mobility über Plattform bis zu Nachhaltigkeit reichen. Und ob die australische Verkehrsplanerin und Lab-Mitarbeiterin Rachel Smith, die im Vorfeld recherchierte, dass die Berliner sich billigere öffentliche Verkehrsmittel wünschen und dass die Hauptstadt eine Art Fahrrad-Mekka wie Kopenhagen wird, etwas verändert, ist zu bezweifeln -schon allein weil ihre Visionen zu abgegriffen sind und viel zu harmlos.

 

 

Wesentlich interessanter sind da schon die Fragen der Berliner Künstlerin Corinne Rose, die Architektur, Psychologie, städtischen Raum und Kunst zusammenbringt. Dazu gehören Überlegungen zur städtischen Wahrnehmung, ob man eine Stadt nach ästhetischen Kriterien planen kann, welchen Wert Hässlichkeit hat, was Raum bedeutet und wie Auffassungen darüber sich ändern, wie Sehen überhaupt funktioniert – und wie die ideale soziale Stadt aussehen kann. Und besser noch will sie dazu Berliner Senatoren zu Diskussionen ins Lab bringen.

 

 

Bleibt abzuwarten wie das Lab sich entwickelt, ob konkrete Projekte wie in New York entstehen, ob die Proteste weitergehen, ob die Mitte-Szene unter sich bleibt oder das gemeinsame Erarbeiten von Visionen auch Menschen in den Vororten zum Mitmachen erreicht.

 

 

Zu Beginn wirkt es auf jeden Fall – und das weit entfernt von dem gefürchteten Gentrifizierungs-Labor – eher wie eine gemütliche Bastelwerkstatt in der Nähmaschinen aufgestellt sind, gestrickt wird, Kaffeebohnen mit Solar gemahlen werden sollen und – ganz wie einst auf dem Abenteuerspielplatz – fröhlich mit Holz gewerkelt wird.

 

 

 

Das gesamte Programm, das kostenlos ist, hier.

 

 

 

Das BMW Guggenheim Lab am Berliner Pfefferberg:

 

 


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