Online-Modefotografie

Wie schießt man Bilder eines Models, das sich auf der anderen Seite des Atlantiks befindet? Mit Hilfe von Skype natürlich – so hat es jedenfalls Frederike Helwig gemacht, wie eine Ausstellung in der Berliner Galerie für Modefotografie zeigt.



Wie schießt man Bilder eines Models, das sich auf der anderen Seite des Atlantiks befindet? Mit Hilfe von Skype natürlich – so hat es jedenfalls Frederike Helwig gemacht, wie eine Ausstellung in der Galerie für Modefotografie zeigt.

Ende 2008 eröffnete Stylistin Kirsten Hermann – im Werbe- und Editorial-Bereich wohlbekannt – die Berliner Galerie für Modefotografie. Die erste Ausstellung war damals eine Schau fröhlich-bunter Bilder, die Frederike Helwig zwischen 2002 und 2008 für die US-Zeitschrift »Teen Vogue« geschossen hatte. Jetzt ist am selben Ort wieder eine Ausstellung der in Hamburg geborenen Fotografin zu sehen, deren Karriere Mitte der neunziger Jahre in London bei Magazinen wie »i.D«, »The Face« und »Dazed & Confused« begann und später in New York weiterging.

Die Bilder entstanden für die britische Modezeitschrift »Lula« und zeigen Model Alex in Spring-Summer-Outfits von Marc Jacobs, Chloé, Lavin und so fort. Alex stand dabei aber nicht direkt vor Frederike Helwigs Kamera, sondern vor einem Laptop in New York. Über Skype war sie mit der Fotografin verbunden, die sie dirigierte und die Bilder auf ihrem Monitor in London mit einer Mittelformatkamera abfotografierte. »Als hätten zwei technikaffine Freundinnen mal eben über den Atlantik hinweg Verkleiden gespielt«, schreibt Adriano Sack in einem kleinen Essay zur Ausstellung. Das erinnert natürlich an Thomas Ruffs ebenfalls stark verpixelte Bildserie »jpegs« (als Buch bei Dumont erschienen), über die es auch schon hiess, Verpixelungen seien der Impressionismus des 21. Jahrhunderts. Wobei es sich bei Frederike Helwigs Bildern ausdrücklich nicht um Kunst, sondern um Modefotografie handelt – mal nicht so perfekt, wie sonst beim Glossy-Mainstream. Mehr Bilder aus der Strecke sind auf Frederikes ohnehin sehenswerter Website zu sehen.

Die Ausstellung wird am 8. Juli zwischen 18 und 21 Uhr eröffnet und ist bis 9. September zu sehen. Frederike Helwig wird in Europa von We Folk aus London vertreten. 


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