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Mal mit dem Tod Skat kloppen?

Der Ulmer Grafiker Ekkehard Beck hat ein französisches Skatblatt mit Totenkopf-Motiven gestaltet – und mit verblüffenden Details.

 

Ekkehard Beck, der als Grafiker in Ulm arbeitet, hat eine besondere Passion: Totenköpfe.

»Natürlich wollte ich als Kind Pirat werden, das schien ein lukratives Geschäft zu sein, viel Action, gute Bezahlung und dauernd auf herrlichen Insel abhängen«, sagt er. »Aber tatsächlich war die erste beeindruckende Begegnung mit dem Schädelthema die Musik. Der Rock ‘n‘ Roll hat das Thema ja schon früh für sich entdeckt, unter anderem als Symbol für den “Ausbruch”.«

Als Ekkehard Beck dann schließlich das Cover der LP »No Mean City« von Nazareth sah, das der britische Gestalter und Musiker Rodney Matthews 1978 gestaltet hat, war es um ihn geschehen.

So kam es auch, dass er 2015 das Designer Skulls Projekt gründete und den Wettbewerb »Schädel des Jahres«. Jedes Jahr im Dezember fand er statt – mit einer Jury aus Designern und Menschen ohne professionellen Grafikhintergrund.

Der »Schädel des Jahres« war ein ziemlicher Erfolg, aber auch einer, der dem Gestalter irgendwann über den Kopf wuchs. Er konnte den zahlreichen Einsendungen nicht mehr gerecht werden und löste ihn 2016 auf.

Den Totenschädeln aber blieb er auf vielfache Weise treu. Er betreibt den Schädel-Blog, entwirft neben seiner Festanstellung ab und zu ein Schädel-Shirt, einen Siebdruck – und jetzt das Skatspiel.

Skatblatt in Schädeloptik

Seit Ewigkeiten spielt Beck mit zwei Freunden Skat und immer schon hat ihn gestört, dass die dargestellten Bube, Dame, König trotz mancher Vorbilder so unpersönlich wirkten.

So entstand sein Totenkopf-Blatt im französischen Stil, das er um einige Varianten ergänzte.

Der Herz-Bube im französischen Blatt stellt zum Beispiel den Ritter Étienne de Vignolles dar, der bei der Belagerung von Orléan1429 an der Seite von Jeanne d’Arc kämpfte, die Karo-Dame steht für die biblische Rachel aus dem Alten Testament.

Farblich und optisch an das traditionelle Blatt angelehnt, stellt er die Hofkarten nicht nur in Schädeloptik dar, sondern veränderte auch die Zuschreibungen. Aus dem Étienne de Vignolle wurden die afroamerikanischen Sprinter Tommie Smith und John Carlos, zu erkennen an ihrem schwarzen Handschuh.

Weitere Umdeutungen sind selbst zu erraten. Auf jeden Fall stehen die Buben-Figuren im Beck-Blatt für den »Widerstand«, die Damen für das »Schöne«, die Könige für die mahnenden »Apokalyptischen Reiter«.

Am Computer gezeichnet und schraffiert, wurde das Blatt in einer Auflage von 250 Stück auf Casinokarton gedruckt und ist in einer Faltschachtel verpackt.

Produkt: eDossier: »Animierte Illustrationen im Trend«
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