Jenseits der Wirklichkeit: die Fotografin Sylvia Rybak

Die junge Fotografin aus Berlin nutzt digitale Ästhetiken, um surrealistischen Motivwelten einen neuen Twist zu geben



© Michael Danner

Von ihr stammen die traumhaft-magischen Bilder im Aufmacher unserer »Nouveau Spirituality«-Trend-Geschichte in Ausgabe 08.19: Sylvia Rybak. Die erst 21-jährige Fotografin aus Polen lebt seit drei Jahren in Berlin und hat in dieser Zeit nicht nur ihren Bachelor in Fotografie gemacht, sondern auch erste Projekte außerhalb der Hochschule umgesetzt.

So die »Dead Air«-Serie, in der sie eine der Live-Aktionen des Künstlerkollektivs Omsk Social Club fotografisch begleitete. Omsk Social Club veranstaltet Live Action Role Plays (LARPs), bei denen »echte« Menschen in der »echten« Welt fiktive Figuren verkörpern. Bei diesen Events geraten die Grenzen zwischen Spiel und Wirklichkeit ins Gleiten, es entsteht eine Erlebnisqualität zwischen Wachen und Träumen. Genau diesen somnambulen, durchlässigen Zustand transportieren Rybaks Bilder.

Dabei sind diese Bilder in gewisser untypisch für die Fotografin, da sie hier quasi dokumentarisch gearbeitet hat und sogar selbst Teil des Spiels war. Ihre »Eingriffe« bei der Kreation der Motive beschränkten sich ganz klassisch auf die Wahl des Ausschnitts und subtile Farbanpassungen, um die ohnehin traumartigee Atmosphäre zu verstärken. Bei Sylvia Rybaks anderen Arbeiten steht hingegen die verfremdende Inszenierung, das betont Artifizielle im Vordergrund, das Set Design sowie die digitale Bearbeitung der Bilder in Photoshop oder mit 3D-Modelling-Tools.

Surrealismus meets digitale Ästhetik

Inspiriert von surrealistischen Künstlern, finden sich in ihren Arrangements oft einzelne Objekte in überraschenden Kontexten wieder. Daneben entwickelt Sylvia Rybak aber auch rein computergenerierte Bilder, wobei sie unter anderem die Technik der Photogrammetrie nutzt, um aus Fotos von Objekten 3D-Modelle zu erzeugen und diese dann in Cinema 4D weiterzubearbeiten. Dabei erkundet sie die speziell digitalen Ästhetiken von Glitches, Verzerrungen und übersättigten Farben, wie dies etwa auch britische Künstler Dominic Hawgood tut, der derzeit in der Ausstellung »Next Level« im Amsterdamer Foam zu sehen ist.

Und wie geht es weiter? Sylvia Rybak setzt sich intensiv mit 3D-Modelling und Virtual Reality auseinander und überlegt, ihr Studium fortzusetzen – in Richtung Media and Art Theory. Wir sind gespannt!


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