Food-Fotografie ohne Glamour

Wie Michael Schmidt Lebensmittel fotografiert, tut ziemlich weh.



Und es fällt gar nicht so leicht genau zu sagen, was seine oft scheinbar banalen Bilder so grausig-schön macht. Ist es die Strenge, ja manchmal gar Steifheit der Stilisierung, die den ästhetischen Reiz erzeugt, unabhängig davon, wie hübsch oder häßlich die Sujets sind? Zuletzt konnte man darüber in der großen Ausstellung »Grau als Farbe« im Münchner Haus der Kunst grübeln. Ab 4. März ist seine Werkserie »Lebensmittel« in Leverkusen zu sehen, ab Mitte Juni im Taxispalais in Innsbruck und im Januar 2013 dann im Berliner Martin-Gropius-Bau. Markus Heinzelmann, Leiter des Museums Morsbroich in Leverkusen, hat die Schau in enger Zusammenarbeit mit Michael Schmidt konzipiert.

Fünf Jahre hat der 1945 geborene Schmidt an dem »Lebensmittel«-Zyklus gearbeitet, hat in Fischfarmen in Norwegen, Apfelwaschanlagen in Italien oder deutschen Großbäckereien fotografiert. Wobei er die Orte, wo die Bilder entstanden, nicht kenntlich macht. Schließlich haben wir am Ende ja auch keine Ahnung, woher die Lebensmittel kommen, die wir im Supermarkt kaufen. Und es interessiert uns in der Regel auch nicht …

Leverkusen, Museum Schloss Morsbroich 04.03.2012 – 13.05.2012

Innsbruck, Galerie im Taxipalais, 15.6.-26.8.2012

Berlin, Martin-Gropius-Bau, 12.1.-1.4.2013


Auf die Covergestaltung des Katalogs zur Ausstellung angesprochen, ließ uns Andreas Balze vom Kölner Verlag Snoeck folgendes wissen: »Michael Schmidt liebt ja in gewisser Weise das Understatement, daher wird das Buch ohne traditionellen Schutzumschlag in einem Schuber erscheinen und nur die Prägung LEBENSMITTEL auf dem Buch bzw. MICHAEL SCHMIDT auf dem Schuber tragen. Gestalter sind die in Köln ansässigen Kühle & Mozer, mit denen ich in den letzten 20 Jahren sehr viele Bücher gemeinsam gemacht habe, u.a. Polke, Schütte, Lüpertz, Gillick, Mack, Gernes, Herold, Zimmermann, Fuchs, alle unsere Bücher zur Sammlung Reiner Speck u.v.a.m.« Wir finden das Design sehr gelungen.

264 Seiten, Format 32 x 30 cm, 174 Abb. in Duoton und Farbe

An der Museumskasse: 59 Euro

Im Buchhandel mit Schmuckschuber:

Subskriptionspreis 97 Euro (bis 30. März 2012), danach 128 Euro

ISBN 978-3-940953-93-3


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