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Preisgekrönter Spot: Mit KI über Depression erzählen

Artificial Emotions: Grabarz & Partner hat für die Deutschen Depressionshilfe einen Spot entwickelt, der anhand von KI sichtbar macht, was es bedeutet, mit einer Depression zu leben. Bei den NYF LTX Awards wurde er mit Gold ausgezeichnet, ab heute ist er zu sehen.

»Artificial Emotions« heißt der Spot der Hamburger Kreativagentur Grabarz & Partner, der für die Stiftung Deutsche Depressionshilfe entstand – und mithilfe von generativer KI begreifbar macht, was oft verborgen bleibt:

Dass Menschen, die mit einer Depression leben, manchmal keine Gefühle mehr empfinden.

Dafür haben die Kreativen einen Spot entwickelt, in dem die Menschen mit KI generiert wurden.

KI kann heute Menschen erschaffen, die täuschend echt wirken, die lachen, ohne Freude zu spüren, weinen, ohne Schmerz zu kennen, funktionieren ohne etwas zu empfinden, heißt es darin.

Und dass einer der Menschen in dem Spot nicht mit KI generiert ist: Enosch, der an einer Depression erkrankt ist – und der auch nichts empfindet.

Screenshot aus »Artificial Emotions«

Unsichtbares sichtbar machen

Aufmerksam machen möchte der Spot so auf eine Facette der Depression, die, wie es von Grabarz & Partner heißt, »im öffentlichen Bild der Erkrankung fast völlig fehlt: nicht die Traurigkeit, sondern die Leere und das Gefühl, innerlich wie versteinert zu sein.«

Es sind an Depression erkrankte Menschen, die, ganz wie die KI-generierten Menschen in dem Spot, funktionieren ohne etwas zu fühlen.

Dafür wurde »Artificial Emotions« bei den NYF LTX Awards, bei dem Kreative einen 30-Sekunden-Spot für eine gemeinnützige Organisation entwickeln und dabei KI-basierte Tools nutzen, mit Gold ausgezeichnet.

Screenshot aus »Artificial Emotions«

Der besondere Dreh

Die Auszeichnung wurde bereits Mitte Juni verliehen. Doch Grabarz & Partner den Zeitpunkt der Veröffentlichung des Spots bewusst gewählt:

Er erscheint wenige Tage bevor am 2. August 2026 die Transparenzpflicht nach Artikel 50 der KI-Verordnung in Kraft tritt und KI-generierte und -manipulierte Inhalte klar und sichtbar gekennzeichnet werden müssen. Im Dezember 2026 folgt dann die maschinenlesbare Kennzeichnungspflicht.

Wird Anfang August unübersehbar, dass das, was man sieht, etwas KI-Generiertes ist und zum Beispiel täuschend echte Gefühle zeigt, die es nicht hat, wird es bei einem Menschen mit Depressionen weiterhin unsichtbar bleiben.

»Dass man beide im Film nicht auseinanderhalten kann, ist das Stillste und Härteste, was wir zeigen konnten«, sagt Ralf Heuel, Chief Creative Officer und Partner, Grabarz & Partner.

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