In die Höhe gebaut: Die aufregende Szenografie der Deutschen Kinemathek
Die Deutsche Kinemathek ist jetzt im einstigen Berliner Technoclub E-Werk untergebracht und so besonders wie der Ort ist die Ausstellungsarchitektur von chezweitz, die jetzt auch die erste Sonderschau »Inventing Queer Cinema« in die Höhe schießen lässt.
Bild: © chezweitz/Sara Omassi
Nach 25 Jahren endete der Vertrag der Deutschen Kinemathek am Potsdamer Platz in Berlin und bis neue Räumlichkeiten gefunden sind, hat die berühmte Institution für Film und Fernsehen einen Zwischenstandort in dem ehemaligen Berliner Technoclub E-Werk gefunden.
So besonders wie die neue Location selbst – und typisch Berlin könnte man sagen – ist auch die Ausstellungsarchitektur des Szenografie-Büros chezweitz.
Sie führt den Blick hoch hinauf in die Halle, lässt Filmszenen auf Stoffbahnen durch den Raum schweben, führt Podeste hinauf und an ehemaligen Schaltpulten entlang, die auf verschiedene Weise mit einbezogen werden.
Hier lebt der Film, alles flimmert und ist lebendig und das auch in der ersten großen Sonderausstellung in den neuen Räumlichkeiten, die sich mit »Inventing Queer Cinema« der Geschichte des queeren deutschen Kinos widmet. Gerade auch in Berlin als schillernde Insel der Subkultur.
Bild: © chezweitz/Sara Omassi
Schaltpulte mit Glitzer
Die Szenograf:innen von chezweitz nutzen in der Ausstellungsgestaltung die gesamte Höhe des Raums, spektakuläre neun Meter, und erzählen vertikal und – statt in gewohnter linear Struktur – kaleidoskopartig von Filmemacher:innen und Filmen und in einer Bilderinstallation von Rosa von Praunheim und anderen prägenden Akteur:innen.
Dabei folgt die Szenografie auch dem Improvisierten und dem DIY-Charakter der queeren Filmszene, die nie subventioniert wurde, sondern die Geldlöcher mit ganz eigenen Ideen – und mit Glitzer – stopfen musste.
Durchscheinende Stoffe und goldene und silberne Stoffbahnen sind über die Schaltpulte geworfen und drapiert, ein Jackett, das mit Leopardenstoff verziert ist, hängt an einem der Schalthebel, ein paar Requisiten sind darauf verteilt und ein paar Bilder angelehnt.
Als einen »Werkzeugkasten« bezeichnet chezweitz selbst das Ausstellungsset, das das Büro für die Deutsche Kinemathek entwickelt hat und das mit seinen flexiblen Grafik- und Raummodulen, Vorhängen, Teppichelementen und einer variablen Sitzlandschaft immer wieder neu bespielt werden kann.
Und das so lebendig und in Bewegung ist, dass man immer wieder von Neuem in das Gezeigte hineingezogen wird.
Inventing Queer Cinema, bis 13.09.2026, Deutsche Kinemathek, Berlin, E-Werk. Begleitet wird die Ausstellung von einer umfangreichen Filmreihe und einem Rahmenprogramm.
Bild: © chezweitz/Sara Omassi
Bild: © chezweitz/Sara Omassi
Bild: © chezweitz/Sara Omassi
Bild: © chezweitz/Sara Omassi
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