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Wie gestaltet man die Identity der Phototriennale ganz ohne Fotografie? So!

Bis zum 22. September steht Hamburg ganz im Zeichen der 9. Triennale der Photographie mit ihren zahlreichen Ausstellungen – und mit einem Erscheinungsbild des Kölner Designstudios dipshop, das in schönsten Farben vom Wesen der Fotografie erzählt.

Visuelle Identität: dipshop, Auftraggeber: Deichtorhallen Hamburg, Fotografie: Leon Schniewind

Alliance, Infinity, Love – in the Face of the Other ist der Titel der 9. Triennale der Photographie, die in diesem Jahr von dem Londoner Kulturhistoriker Mark Sealy kuratiert wurde, einem Spezialisten für die Beziehung von Fotografie zu sozialem Wandel, Identität und Menschenrechten.

Und das ist auch der Fokus der 11 Ausstellungen in acht Museen und Kunstinstitutionen.

Sie handeln von Verbundenheit und Solidarität (Alliance), von Unendlichkeit, Kontinuität und Differenz (Infinity) und von der Liebe, von Menschlichkeit und Verantwortung (Love).

Die Arbeiten, die um die ganze Welt und in die entlegensten Winkel führen und die von historischer Fotografie bis zu Wolfgang Tillmans reichen, zeigen, dass die Fotografie weit mehr sein kann als nur ein Medium, das beobachtet.

Dass sie politische Kraft hat, ein Werkzeug gegen Ungerechtigkeit sein kann, neue Perspektiven öffnen, aktivieren und Position beziehen und dass sie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbinden kann. Und dass, ob sie dokumentarish, experimentell oder künstlerisch ist.

Visuelle Identität: dipshop, Auftraggeber: Deichtorhallen Hamburg, Fotografie: Leon Schniewind

Von der Fotografie selbst

Doch wie gestaltet man die visuelle Identität eines Fotofestivals mit so vielen verschiedenen Positionen, mit so vielen Ausstellungen und einem so umfassenden, begleitenden und erweitertendem Programm?

Für das Designstudio dipshop aus Köln, das fest im Kulturbereich verwurzelt ist und in der Vergangenheit für den Regisseur Erdan Mondtag, das Demo Festival Amsterdam oder die documenta fifteen gearbeitet hat, war klar, dass es für das Erscheinungsbild keine Fotografie verwenden wird.

Und besann sich stattdessen auf das Wesen der Fotografie selbst. Und zwar auf die, wie es sagt, drei grundlegenden Phänomene der Fotografie: Tiefenschärfe, Lens Flares und überbelichteter Film. »Elemente, die auf Fotografien präsent sein können, aber selten bewusst wahrgenommen werden.«

In der Identity der 9. Triennale der Photographie werden die Unschärfen, Lichtreflexe und Überbelichtungen zu einem visuellen System, zu gestalterischen Mitteln.

Vibrierend und eigenständig

Mit geblurreden Formen, mit Farbspielen und Überblendungen und immer wieder auch in Bewegung, werden Mittel der Fotografie, die in der Regel als Fehler angesehen werden, stilgebend.

So entsteht ein lichtdurchflutetes, vibrierendes und herrlich komplexes Erscheinungsbild, das mit seinen unendlichen Möglichkeiten immer wieder überrascht.

Und das nicht nacherzählt, nicht die ausgestellten Arbeiten selbst nutzt, sondern eine eigene visuelle Position einnimmt.

Visuelle Identität: dipshop, Auftraggeber: Deichtorhallen Hamburg, Fotografie: Leon Schniewind
Visuelle Identität: dipshop, Auftraggeber: Deichtorhallen Hamburg, Fotografie: Leon Schniewind
Visuelle Identität: dipshop, Auftraggeber: Deichtorhallen Hamburg, Fotografie: Leon Schniewind
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