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Animierte Erscheinungsbilder

Immer häufiger finden sich Typo-Animationen in Brandings. Dazu ein Interview mit Motion Designer Lucas Hesse.


Motion Designer Lucas Hesse

Um Motion Design und Branding geht es in der aktuellen Titelgeschichte von PAGE 9.2023 – und bei der Recherche haben wir festgestellt, dass da noch viel Potential brachliegt. Wer wissen möchte, was sich alles Wunderbares mit typografischen Animationen anstellen lässt, sollte den Instagram-Account von Lucas Hesse unter @_hesselucas verfolgen. Zum Thema hält der in Hamburg lebende Designer inzwischen Talks an Hochschulen und Agenturen. Wir haben ihn gefragt, wie seine hypnotischen Effekte gestalterisch funktionieren und inwieweit er Motion Design im Branding angekommen sieht.

Was fasziniert dich so an der Animation von Typolayouts?
Wohl, dass die kleinen Loops, die ich erzeuge, fast wie optische Täuschungen wirken. Schon als Kind hat mich M.C. Escher fasziniert, bei dem man immer sehr genau hingucken muss. So ähnlich schafft Animation Illusionen, die so schnell passieren, dass man sie immer wieder anschauen will, um zu verstehen, wie das läuft.

Wie hat das alles angefangen?
Bei einem Auslandssemester in Korea bin ich in Animationskursen gelandet, habe AfterEffects gelernt und seitdem alles animiert, was mir in Finger kam. Jetzt konzentriere ich mich mit meinem Studio ganz auf dieses Gebiet – das noch so neu ist, dass man auch erstmal viel beraten muss.

Wo liegen die Probleme?
Vor allem in der veralteten Herangehensweise zuerst alles zu konzipieren und zu gestalten und nachträglich dann an die Animation zu denken. Motion Design gehört schon in die Konzeptionsphase, so findet man zu ganz neuen inhaltlich sinnvollen Designansätzen. Und wenn alle Gestaltungsebenen von Schrift über Farbwahl bis Bildkomposition schon opulent besetzt sind, wird es oft zu viel, wenn am Ende Bewegung dazukommen soll.

Was macht die neue Form von Animation aus, die derzeit bei digitalen Plakaten und in sozialen Medien so beliebt ist? Mit Narration, wie man das aus animierten Filmen gewohnt war, hat das ja nicht so viel zu tun.
Nein, es geht um die hypnotische Wirkung der Loops, die den Betrachter zum Hinschauen verleiten. Darum nutze ich auch keine build ups, bei denen die Gestaltungselemente in eine Fläche hineinfliegen und ein Design aufbauen. Ich frage mich eher, wie man das bewegen kann, was schon zu sehen ist. Bei animierten Plakaten in der Stadt wartet keiner, bis sich etwas Stück für Stück aufbaut. Alle relevanten Informationen sollten im Vorbeigehen erfassbar sein. Das gilt auch für Social Media, wo schnell weitergescrollt wird. Kurze narrative Formen können aber natürlich konzeptionell richtig sein!

Wie gehst du bei deinen Kreationen vor?
Oft verschachtele ich Bewegungen, lege auf eine Grundanimation noch einen Layer drauf. Das kann von der Bewegung relativ einfach sein – etwa nur eine Rotation oder Verschienung, aber so entsteht der Effekt, dass der Betrachter sich fragt, was da überhaupt passiert. Wie man beim Hütchenspieler leicht den Überblick verliert … Wichtig ist mir auch, dass die Bewegung, die Verschachtelung immer einem Takt, einem Rhythmus folgt. Wo vielleicht hineinspielt, dass ich selbst auch Musik gemacht habe.

Ah, der Takt wird quasi zum Gestaltungsraster der Bewegungsebene?
Ja, ich arbeite extrem systematisch. Natürlich gibt es auch visuelle Raster, etwa wenn Animationen plötzlich nebeneinander passieren und fast Schachbrettmuster entstehen. Das eröffnet wieder neue kreative Möglichkeiten. Aber es muss nicht immer alles flimmern und flackern: Gerade im Branding erzielen einfache Bewegungen oft die größte Wirkung.

PAGE 09.2023

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