Dos und Don’ts während der ersten 100 Tage im Job

Alexander Dewhirst, Gründer und Geschäftsführer von Designerdock, im Interview …



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Alexander Dewhirst ist Gründer und Geschäftsführer von Designerdock, einer Personalvermittlung speziell für die Kreativbranche. Wir sprachen mit ihm über die Dos und Don’ts während der ersten 100 Tage im neuen Job.

Was ist in den ersten 100 Tagen im neuen Job besonders zu beachten?
Alexander Dewhirst: Agenturchefs verlangen von neu angestellten Mitarbeitern in den ersten 100 Tagen vor allem drei Dinge: Zuverlässigkeit, Interesse und Engagement. Schon vor dem Start sollte man gründ­lich zur Agentur, ihren Geschäftsführern und ihren Mitarbeitern recherchieren. In den ersten 100 Tagen sind dann zuverlässige Vorbereitung vor jedem Meeting und Flexibilität im Projektmanagement unumgänglich.

Welche Fettnäpfchen gilt es zu vermeiden?
Die Kreativbranche wirbt oft mit familiärer Agenturatmosphäre. Den­noch sollten Neueinsteiger in erster Linie ihre Antennen einschalten und zuhören, um den feinen Grad der Hierarchien zu erkennen und einzuhalten. Ein zu privater Umgang mit Kollegen auf höheren Hierarchiestufen kann ebenso unangebracht sein, wie Vertraute des Chefs zu übergehen, Kollegen nicht ernst zu nehmen oder Meinungen zu verurteilen.

»Wer Fragen hat, sollte sie stellen. Das zeugt von Interesse, Engagement und dem Willen, sich einzuarbeiten«

Wie schaffe ich es als Arbeitnehmer, die Gepflogenheiten meiner neuen Agentur auszuloten?
Wenn ein Kandidat von Designerdock an eine Agentur vermittelt wird, erzählen wir ihm schon im Vorfeld einiges über die Firmenkultur und Gepflogenheiten. Zudem kann man sich auf Plattformen wie kununu Erfahrungsberichte von anderen und ehemaligen Mitarbeitern durchlesen. Ist man schon in der Agentur selbst, empfiehlt es sich, beim Mit­tagessen und bei Agenturunternehmungen Zeit mit den Kollegen zu verbringen. Bei allen Erfahrungsberichten gilt es allerdings, eine objektive Perspektive zu behalten und die subjektiven Einschätzun­gen nicht überzubewerten.

Über die Aufgaben eines Kreativen wird meistens schon im Vorstellungsgespräch gesprochen. Wie findet man in den tatsächlichen Arbeitsalltag hinein?
Indem man einfach anfängt und Initiative zeigt. Das schöne deutsche Wort »sich durchwursteln« passt hier sehr gut. Wichtig ist nur, kein zu zögerliches Verhalten an den Tag zu legen. Wer Fragen hat, sollte sie auch stellen. Das zeugt von Interesse, Engagement und dem Willen, sich einzuarbeiten.

Mit der Zeit wird man sich immer sicherer im neuen Job fühlen. Ab wann darf man denn seine Wünsche bezüglich bestimmter Aufgaben oder sogar seine Vorschläge für Veränderungen in den Arbeitsprozessen äußern?
Sobald man sich eingearbeitet hat und die Arbeitsprozesse und Aufgabengebiete genau kennt. Doch auch dann sollte man sensibel sein. Hierarchien dienen unter anderem dazu, klare Ansprechpartner für Teams zu schaffen. Prinzipiell sollte man alle Anliegen immer an den Teamleiter und nie an das gehobene Management richten. Gibt dieser es nicht weiter, muss man individuell entscheiden, ob und in welcher Weise man Änderungsvorschläge beim oberen Management vorträgt. Je heikler die Thematik konkrete existierende Strukturen und Prozesse betrifft, desto eher würde ich zu Formulierungen in Frage- als in Vorschlagsform raten.

 

Wie Berufsanfängern, erfahrenen Kreativen und Teamleitern der Agentureinstieg gelingt, lesen Sie in einem ausführlichen Beitrag in PAGE 12.2016.

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