Neue Foundry Fust & Friends

Ohne klaren kommerziellen Zweck, einfach aus Spaß gründete eine Gruppe von Text-, Typografie- und Lettering-Liebhabern um den Designer und Autor Jan Middendorp die Foundry Fust & Friends. Sie wollen Artikel und Videos publizieren, Events veranstalten und natürlich Schriften herausbringen. Zwei gibt es schon, Teddy und Alarm – und die machen Lust auf mehr.



Vor etwa zwei Jahren entstand der Plan zu Fust & Friends, an dem neben Jan Middendorp auch der Buchgestalter, Dozent und Typograf Florian Hardwig sowie der Schriftgestalter Dan Reynolds aktiv beteiligt waren. Dann wurden Hardwig und Reynolds Väter und die Prioritäten verschoben sich. Noch immer aber sind sie Jan Middendorp wichtigste Berater.

Im September 2015 lud Jan Middendorp die koreanische Schriftgestalterin Minjoo Ham nach Berlin ein, sie hatte soeben ihr Masterstudium Type and Media in Den Haag absolviert und wollte gerne noch in Europa bleiben. Im Team entwickelten die beiden die Schrift Teddy. Jan Middendorp wünschte sich zur Schrift eine kleine Kollektion Icons und bat die Berliner Illustratorin Bea Davies, passende Zeichnungen zu machen – die Teddings-Kollektion.

Neben der Teddy gibt es bei Fust & Friends auch ein Schriftrevival: Alarm von Heinz König (Trennert, Hamburg-Altona, 1928), die Andreas Seidel intelligent digitalisierte. In Produktion ist noch eine weitere Schrift, die in Zusammenarbeit mit dem in Spanien lebenden Dänen Allan Daastrup entsteht, einem vielseitigen Kalligraf, Lettering- und Schriftgestalter. Und es gibt weitere Pläne für Fonts, die fast alle auf vergessenen Schriften und Alphabeten aus der Vergangenheit basieren, mit Mitwirkenden aus Italien, Brasilien, und den Niederlanden.

Neben Schiften gehören auch Workshops, Videos, Ausstellungen, und Publikationen zum Fust’schen Traum. Jan Middendorp möchte beispielsweise gerne seine große Sammlung an Plakaten und Schriftmustern zeigen – die momentan allerdings noch durch China touren.

Fust & Friends ist eine Herzensangelegenheit des gebürtigen Niederländers Jan Middendorp, der sich selbst als Type Writer, Page Maker und Eco Worrier bezeichnet. Dabei hochprofessionell, wie alles was der Wahl-Berliner anpackt.

Johannes Fust übrigens, den Namensgeber der Foundry, bezeichnet Jan Middendorp als the first Bad Guy in type history. Nicht nur, dass er Gutenbergs Bibelproduktion finanzierte, er verklagte ihn auch, als das Geld nicht schnell genug zurück kam. Er machte seinen Ziehsohn Peter Schöffer zu Gutenbergs Assistenten und führte später mit Schöffer die Druckwerkstatt weiter. Diese Ambiguität Johannes Fusts fand Jan Middendorp äußerst passend für sein Unternehmen: »one of the shakiest ventures in the shaky history of Berlin typography.«

 

 

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Ein Kommentar


  1. Michiel Drost

    Beste Jan,
    Mag ik mij bij deze aanmelden als een belangstellende voor Fust&Friends!
    Groet,
    Michiel.


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