Welches Papier nehme ich?

Ob Geschäftsbericht oder Packaging – das gewählte Papier sollte nicht nur zum Inhalt passen, es muss auch mit dem Druckverfahren und den vorgesehenen Veredelungen harmonieren.



Kaum ein Kreativer würde wohl auf die Idee kommen, für einen Nachhaltigkeitsbericht hochweißes, glänzend gestrichenes Bilderdruckpapier zu wählen. Neben Ästhetik und inhaltlicher Stimmigkeit spielen bei der Auswahl auch die technischen Eigenschaften eines Papiers eine Rolle. Die Oberfläche – rau und offen oder glatt und geschlossen – beeinflusst das Aussehen gedruckter Texte und Bilder nicht unwesentlich. Gestrichene Papiere gibt es in glänzend und in matt, Letztere reflektieren weniger Licht. Die Opazität, das heißt die Lichtundurchlässigkeit, ist entscheidend, wenn Abbildungen nicht auf der Rückseite durchscheinen sollen. Das Gewicht einer Drucksache hängt von der Grammatur des Materials ab, die in Gramm pro Quadratmeter angegeben wird. Will man Gewicht sparen, aber trotzdem etwas in der Hand haben, kommen Sorten mit hohem Volumen in Betracht, die sich schwerer anfühlen, als sie in Wirklichkeit sind.

Vor allem aber muss man wissen, was sich hinter den einzelnen Papierbezeichnungen verbirgt.

Bilderdruckpapier (illustration printing paper)

Zweiseitig gestrichenes Papier in glänzend oder matt.

Buchdruckpapier (book printing paper)

Der Buchdruck, auch Letterpress genannt, kommt heute nur noch in handwerklich sehr hochwertigen Drucksachen zum Einsatz. Die hierfür verwendeten Sorten, die man auch Werkdruckpapiere nennt, haben in der Regel ein hohes Volumen.

Chromokarton (chromo cardboard)

Mehr-lagiger Karton, dessen Decklage aus Zell-oder Altpapierstoff besteht und gestrichen ist.

Duplexkarton (duplex board)

Aus zwei Stofflagen bestehender Karton, meist aus Altpapier gefertigt.

Faltschachtelkarton (folding cardboard)

Ein-oder mehrlagiger Karton aus Primär-und/oder Sekundärfasern, teilweise mit gestrichener Vorderseite, der rill-und ritzfähig ist und die für Verpackungen notwendige Steifigkeit aufweist.

Gestrichenes Papier (coated paper)

Durch den gleichmäßigen Auftrag von Streichmasse erhält man eine geschlossenere Oberfläche, wodurch sich gestrichenes Papier für die Wiedergabe von fein gerasterten Bildern eignet.

Gussgestrichene Papiere

Sorten mit einem besonders hohen Glanz, der über Hitze erzeugt wird. Gussgestrichene Papiere verfügen über eine hohe Steifigkeit.

Naturpapier (natural paper)

Ungestrichenes Papier mit entsprechend offener, meist etwas rauerer Oberfläche.

Recyclingpapier (recycled paper)

Aus 100 Prozent Altpapier hergestellte Sorten.

Ungestrichenes Papier (uncoated paper)

Siehe Naturpapier.

 

Weitere Erklärungen zu den vielen existierenden Papierarten gibt es in diesem PDF.

Noch viel mehr Infos zur Papierwahl und viele schöne Beispiele finden Sie in PAGE 01.2019.


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