Oh! Camp: Jugend gestaltet statt Jugend forscht

Warum noch niemand eher auf diese Idee gekommen ist? Sie klingt so einleuchtend.



Warum noch niemand eher auf diese Idee gekommen ist? Sie klingt so einleuchtend.

Florian Pfeffer, Professor für Kommunikationsdesign an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe (HfG) stellt nüchtern fest: „Es gibt Jugend forscht, aber nicht Jugend gestaltet. Das wollen wir ändern.“ Spricht´s aus und ruft kurzerhand das OH!-Camp ins Leben. Vom 12. bis zum 16. Mai können Schüler und Schülerinnen im Alter von 16 bis 19 Jahren am ersten Kunst- und Designcamp teilnehmen und ihre Talente für kreative Arbeiten entdecken.

Statt Tanzcamps jetzt Designcamps
In Deutschland haben sich einige künstlerische Disziplinen aus Nische mitten in die öffentliche Diskussion gerappt. Tanzen, singen, hiphoppen – alles ist salonfähig, jeder diskutiert mit, und die Journaille bringt endlos viele Artikel über den Gesangscontest in Oslo. Aber bis das Thema Design im Feuilleton der Tageszeitungen auftaucht, muss schon viel passieren, der Schreiberlin leidenschaftlicher Sammler oder Kunstgeschichtler mit Hang zu den schönen Dingen sein. Andere Länder wie Italien sehen das lockerer, dort ist Design Teil des kulturellen Lebens und der nationalen Identität.

Deutschland wird erneut wach geküsst.
Seit gut 5 Jahren wird in Deutschland der Kreativwirtschaftsbegriff nun diskutiert, seit 2007 gibt es mit www.kreativwirtschaft-deutschland.de ein Portal für die Förderung der kulturellen Ideen und Innovationen. Das Oh!-Camp an der HfG im Mai ist daher eine logische Weiterentwicklung der Diskussion um die Creative Class, die in US-amerikanische Ökonom Richard Florida mit seinem Buch „The Rise of the Creative Class“ schon 2002 angestoßen hatte. Selbst Frankreich, ein Land, das sich nicht gerade durch seine Designkompetenz auszeichnet, hat seit 2009 einen Designförderprogramm.. Anders ausgedrückt: Das Thema Kreativwirtschaft ist ein eigentlich alter Hut. Eigentlich. Doch der Ansatz, Jugendliche bereits an mit einem erweiterten Designbegriff zu konfrontieren und in über 20 Workshops eine Sensibilität und Lust am Gestalten zu vermitteln, ist neu – und innovativ. Logisch, aber keine kam drauf Designkurse für Teens – das ist das konsequente Weiterdenken der Kreativwirtschaftsdiskussion, der diese (unsere) Disziplin endlich bei Wirtschaft und Wissenschaft in die Öffentlichkeit rückt.

Mehr Informationen zu OH!-Camp auf der sehr informativen Internetseite und der Tipp: Beeilen!
„Das OH!-CAMP ist ein neuartiges „Learning by Doing“-Projekt, das von Studierenden der HfG Karlsruhe konzipiert, entwickelt, gestaltet und durchgeführt wird. Das OH!-CAMP spiegelt dabei die einzigartige Gründungsidee und die Erfahrungen aus fast 20 Jahren HfG Karlsruhe wieder: Die Verbindung von unterschiedlichen Gestaltungsdisziplinen in einem gemeinsamen Projekt.
Die HfG Karlsruhe wird vom 12. bis 16. Mai 2010 das erste Kunst- und Designcamp für Schülerinnen und Schüler veranstalten. An fünf Tagen werden in rund 20 Workshops ca. 100 Teilnehmer ihre Begeisterung und ihre Talente für kreatives Arbeiten entdecken. Wer also selber Schüler/in ist oder Freunde, Familie, Bekannte hat, die zwischen 16 und 19 Jahren alt sind und gerne in einen kreativen Beruf gehen wollen … Hier ist Eure Chance!“

Bewerbungsschluss ist der 20. April 2010. Die ersten 100 Bewerber/innen können am OH!-CAMP teilnehmen. Am 21. April werden wir alle Bewerber/innen per Email benachrichtigen, ob sie unter den 100 Glücklichen sind – oder nicht.


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