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Now You See Me Moria: Gestalter für mehr Menschlichkeit

Eine besondere Valentintags-Aktion haben Geflüchtete und eine Fotojournalistin in Moria gelauncht: Sie bitten Gestalter, Bilder aus dem Camp in Plakate zu verwandeln und so auf die tragische Lage dort aufmerksam zu machen.

»It’s Not A Happy Valentines Day« von Joe Levy, einem Neuseeländer, der in Berlin lebt

Als Noemi, eine spanische Fotografin und Fotoredakteurin, die in den Niederlanden lebt, sich eines nachts durch Facebook scrollte, bliebt sie an einer Fotografie aus dem Flüchtlingslager Moria auf Lesbos hängen.

Viel war schon über die menschenunwürdigen Umstände dort berichtet worden, über das Leid, die Hilflosigkeit und die Schande Europas, diese Menschen nicht dort rauszuholen.

Doch das Foto, das der afghanische Geflüchtete Amir gemacht hatte, ein 21-jährger, der schon ein Jahr dort lebte und den Kindern im Camp Englisch beibrachte, war etwas anderes. Der Blick von Innen hat eine andere Qualität, der Blick der Betroffenen, die dort leben müssen und versuchen, zu überleben.

So entstand das Fotoprojekt, das jetzt den Titel »Now You See Me Moria« trägt. Denn trotz internationaler Aufmerksamkeit, droht die Lage der Geflüchteten immer wieder in Vergessenheit zu geraten.

Plakate gegen das Vergessen

Zu Amir hat sich im Laufe der Zeit Qutaeba als Fotograf dazugesellt, ein 28-jähriger Syrer, der mit seinen zwei kleinen Töchtern und seiner schwangeren Frau in Moria ausharren muss und der 23-jährige Ali aus Afghanistan, der darauf hofft, dass sein zweiter Asylantrag endlich angenommen wird und bis dahin als Freiwilliger im Camp überall dort mithilft, wo jemand gebraucht wird.

Die Website »Now You See Me Moria« stellt die Bilder zur Verfügung und ruft Gestalter auf, die Motive als Grundlage für Plakate zu nutzen, die allesamt heruntergeladen und verbreitet werden können, damit das dortige Elend nicht in Vergessenheit gerät.

Zahlreiche Gestalter haben bisher teilgenommen, aus Deutschland, Österreich, Luxemburg, aus Spanien und den Niederlanden, der Schweiz, den USA oder Portugal.

Am 14. Februar, dem Valentinstag, sollen die Plakate, die von mehr als 500 Designern aus ganz Europa gestaltet wurden, in den Städten und Gemeinden aufgehängt werden. Jeder kann sie ausdrucken und in Aktion treten.

Gleichzeitig können die Plakate auch online geteilt werden.

»Open Borders For Humanity« von Sebastian Dorner aus Wien
»Now You See Me …« von Mado Klümper aus Luxemburg
»Not A Festival« von Maximilian Glas aus Berlin

 

»Is There Any Love Left?« von Anne Wiesmann aus Würzburg
»#Love_For_Moria« von Emilio Nasser, der in Lateinamerika und Europa lebt

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Guter und wichtiger Artikel, nur schade, dass er eigentlich zu spät für die Aktion kommt!
    Schöne Grüße Jenny

  2. Super guter Artikel! Tausend Dank, dass jemand darüber schreibt. Und es wird ja ich erwähnt, dass jeder mitmachen kann-ausdrucken und überall hinkleben.
    Ich hab diese Info an viele Redaktionen geschickt, aber das Gefühl kaum einen interessiert es noch. Das ist dramatisch! Denn die Lage vor Ort ist katastrophal!

  3. Liebe Maria, die Initiatoren haben uns die Infos am 9.2. geschickt. Und so weit wir jetzt noch mal geschaut haben, sind zumindest Einreichungen aus Lettland, Zypern, Estland, Finnland, Rumänien, der Slowakei, Ungarn und Schweden noch möglich. Aus Deutschland leider nicht mehr, da hast du Recht. Liebe Grüße, Sabine

  4. Super wichtige Aktion – schade, dass der Beitrag erst jetzt kommt; das Upload-Portal wurde am 7. Februar geschlossen ist. Nichtsdestotrotz kann jede*r sich noch beteiligen. Gerne auch Gestalterinnen, selbst wenn diese von Eurer Redaktion nicht berücksichtigt werden 🙂

    Grüßle
    Maria

  5. Danke, dass Sie die Aktion hier veröffentlichen.
    Was noch wichtig ist: Die Plakat-Aktion ist für den 14. Februar geplant, und zwar europaweit. Also jede*r mit einem Drucker zuhause kann Plakate ausdrucken und in der Nachbarschaft aufhängen. Das wird in Ihrem Artikel leider nicht erwähnt.

    Ebenso habe ich mich beim Lesen des Einleitungssatzes gefragt, ob Sie gar nicht gendern in Ihrer Redaktion?

    Mit freundlichen Grüßen,
    Luisa

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