Identifikationsprobleme?

Stolz, stark und freiheitsliebend – ein neues, einheitliches Erscheinungsbild des Deutschen Bundestags samt Relaunch unseres traditionellen Wappentiers – hat büro uebele Ende 2009 entwickelt.



 

Ein neues, einheitliches Erscheinungsbild des Deutschen Bundestags samt Relaunch unseres traditionellen Wappentiers – hat büro uebele Ende 2009 entwickelt:

Für die Wortbildmarke kommt die Serifenschrift Melior von Hermann Zapf (1952) zum Einsatz; im Mittelpunkt der CI steht allerdings die Vereinfachung des dreidimensionalen Bundestagsadlers, der 1953 vom Kölner Künstler Ludwig Gies entworfen wurde. Die Veränderung wurde speziell in Hinblick auf den Druck, auch in kleinen Formaten, vorgenommen: Das Gefieder ist auf eine Lage reduziert, die Binnenlinien sind dicker gezeichnet als zuvor. Das Signet scheint in der neuen Version optisch ein bisschen zugelegt zu haben – als Identifikationsfigur eignet sich das freundliche Dickerchen also besser als ein unterkühltes Magermodel, denn wahre Schönheit kommt ja bekanntlich von innen.

Spass beiseite – bitten wir doch mal

einen Profi um seine Meinung zum Erscheinungsbild des Bundestags: 1996/97 hatte Professor Rayan Abdullah (www.markenbau.de) für Metadesign das Corporate Design der Bundesregierung inklusive Bundesadler bereits überarbeitet. Zum aktuellen Entwurf meint er: „Das Ergebnis ist eine Flickenteppicharbeit mit einer leichten Modifizierung der vorhandenen Elemente. Doch mir geht es nicht um Kritik an dem Entwurf des Kollegen, sondern an der Arbeit, die zuvor stattgefunden hat: Man sollte viel früher ansetzen, um eine Identität zu schaffen. Können sich die Deutschen wirklich mit dem Adler identifizieren, oder wäre ein Schäferhund, die Deutsche Eiche oder der Mercedesstern passender? Und warum trauen wir uns nicht, ernsthaft nach unseren Werten zu fragen?“ Was die deutsche Mentalität heute ausmache, so Abdullah, könne erst definiert werden, wenn man sich ausreichend mit der Vergangenheit auseinandergesetzt habe.


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