Diese Regisseurin sollte man kennen

Chiara Grabmayr führte Regie beim gefeierten Clip der Penny-Weihnachtskampagne, ebenfalls berührend ist ihr Social Spot »Moonjourney«. Ein Kurzinterview.



Chiara Grabmayr Regisseurin

Die 29-jährige Autorin und Regisseurin Chiara Grabmayr führte beim Penny-Weihnachtsspot »#zeitsichzuversöhnen« Regie, ist für Werbefilme international bei der Produktionsfirma Stink Films unter Vertrag und schreibt gerade an einer TV-Serie (Details sind leider noch geheim). Aufmerksamkeit erregte sie bereits mit ihrem Spot »Moonjourney«, den sie als Abschlussprojekt der Werbemasterclass der HFF München gedreht hat – für den Münchner Verein Perspektiven für jugendliche Flüchtlinge. Das Spec-Spot-Budget wollte sie unbedingt für einen sozialen Zweck nutzen.
Für »Moonjourney« erhielt Chiara Grabmayr mehrere Nachwuchspreise, unter anderem den Young Director Award in Cannes, den First Steps Award sowie den ADC Junior Grand Prix (Semester- oder Abschlussarbeiten sowie Praxisprojekte, die zwischen dem 1. Dezember 2016 und dem 30. November 2017 ent­standen sind, lassen sich übrigens noch bis 5. Dezember beim ADC Junior Wettbewerb einreichen).

Im Interview erzählt sie, wieso Emotionen so wichtig für gelungene Filme sind und wie sie auf die Idee zu »Moonjourney« gekommen ist.

Wie ist dein Social Spot »Moonjourney« entstanden? 
Chiara Grabmayr: Ich wollte auch Menschen erreichen, die vielleicht sonst keine Filme ansehen würden, in denen Flüchtlinge vorkommen. Deshalb habe ich die Sicht eines Kindes gewählt – und Bilder, die nicht gleich erkennen lassen, was folgt. Die Idee mit der Reise zum Mond entstand, als ich auf Fotos sah, wie die Marine in ihren weißen Schutzanzügen Flüchtende am Mittelmeer rettete. In diesen weißen Anzügen wirkten die Marinesoldaten wie Astronauten. Ich habe dann geschaut, welche weiteren Etappen der Flucht mit einer Mondreise vergleichbar sein könnten: der Lkw-Anhänger als Rakete zum Beispiel.

Parallel dazu hast du die erste Folge deiner Webserie »Fett und fett« gedreht, in der 
es ums Leben mit Ende 20 geht. Ein bewusster Gegenpol?
Ich möchte Geschichten erzählen, die eine Aussage haben und eine Haltung. Dafür suche dann die richtige Form: Drama, Thriller oder Komödie. Wobei ich Drama, Tragikkomödie und Komödie sehr gerne habe. Emotionen hervorzurufen ist prinzipiell wichtig – ob es ein trauriges oder ein lachendes Publikum ist. Denn wenn man es schafft, die Herzen zu öffnen, sind die Menschen bereit, über ein bestimmtes Thema nachzudenken, zu diskutieren oder eine Botschaft anzunehmen. Bei »Moonjourney« war es total wichtig, dass der Film berührt – dass man ihn nicht einfach anschaut und weggeht, sondern darüber nachdenkt. Mein Ziel war, dass möglichst viele Menschen ihn sehen – dass er zu einer Diskussion beiträgt.

Wie seid ihr vorgegangen, um den Film und seine Botschaft zu verbreiten?
Die Hochschule hat uns bei der Verbreitung geholfen. Unter anderem hat sie uns beim Einreichen von »Moonjourney« bei diversen Werbefestivals unterstützt. Das war ein guter Schritt, über solche Nachwuchspreise kann man erste Kontakte zu Produktionsfirmen knüpfen und ins Gespräch kommen. Dass der Film geteilt wurde und darüber geredet wurde, ist aber zusätzlich auch von allein passiert. Was mich sehr gefreut hat: Als wir den Film das erste Mal gemeinsam im Kino mit mehreren Leuten gesehen haben und merkten, dass er es schafft, in sehr kurzer Zeit emotional zu packen. Das war wundervoll – dafür macht man Filme!

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