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Wie wichtig ist PR für Marken?

»PR-Expert:innen müssen eng mit den Kolleg:innen aus den Design-Teams zusammenarbeiten«, sagt Sarah Beier, Director PR Havas Germany und Managing Head HAVAS Red Germany. Wir haben nachgefragt, was PR für Marken heutzutage bedeutet und welche Ansprüche es gibt.

Sarah Beier, Foto © Havas

PR-Angebote sind zunehmend enger mit anderen Disziplinen verzahnt. Außerdem wird die Gestaltung immer wichtiger. Diese Entwicklungen von Public Relations sind für die Kreativszene von großer Bedeutung, weil sie gute Markenkommunikation vorantreiben können.

Vier Fragen an Sarah Beier (Director PR Havas Germany & Managing Head HAVAS Red Germany) und Stephan Lachmann (CEO Havas Germany):

PAGE: Ist es heute wichtiger denn je, PR-Angebote strategisch weiterzuentwickeln? Warum?

Sarah Beier: Ja – weil sich Öffentlichkeit grundlegend verändert hat. Kommunikation findet heute gleichzeitig in Medien, auf Social-Plattformen und in Creator-Communitys statt. Themen entstehen, verbreiten sich und eskalieren oft innerhalb weniger Stunden. PR spielt in diesem Umfeld eine Schlüsselrolle: Sie hilft Marken, relevant zu bleiben und Vertrauen aufzubauen. Gleichzeitig muss sie schneller, datenbasierter und kulturell sensibler arbeiten als früher. Strategische PR bedeutet heute deshalb mehr als Medienarbeit. Sie verbindet Storytelling, Social Dynamiken, Creator-Kultur und datenbasierte Insights – und übersetzt sie in Kommunikation, die wirklich Resonanz erzeugt.

Stephan Lachmann, Foto © Havas

 

PAGE: Geht es dabei auch um Verzahnungen zu anderen Bereichen?

Stephan Lachmann: Absolut. PR funktioniert heute am besten als Teil integrierter Kommunikation. Die spannendsten Kampagnen entstehen dort, wo PR, Social Media, Creator-Kooperationen, Content-Produktion und Media strategisch zusammenspielen. Gute Geschichten werden nicht mehr nur gepitcht – sie werden über verschiedene Plattformen hinweg erzählt und weiterentwickelt. Wenn diese Disziplinen eng zusammenarbeiten, entstehen stärkere Narrative, größere Reichweiten und vor allem konsistente Markenbilder. Unsere Kurzformel lautet: Wir verbinden hier Markenstrategien mit Social-Speed. Über alle Gewerke hinweg.

PAGE: Was bedeutet PR heute für Marken? Welchen Ansprüchen muss PR gerecht werden?

Sarah Beier: PR ist heute ein zentraler Faktor für Markenvertrauen und kulturelle Relevanz. In einer fragmentierten Medienlandschaft entscheiden Glaubwürdigkeit und Haltung darüber, ob Marken gehört werden oder nicht. PR muss deshalb authentisch, transparent und dialogfähig sein – und gleichzeitig schnell genug, um auf gesellschaftliche und kulturelle Dynamiken zu reagieren. Gleichzeitig hat sich auch das Storytelling verändert: PR findet heute nicht nur in redaktionellen Medien statt, sondern genauso auf Social-Plattformen, in Creator-Communitys oder in neuen Contentformaten. Und hier wird auch im PR-Bereich die Gestaltung immer wichtiger – was erkenne ich auf einen Blick, welches Visual setze ich ein – da müssen PR-Expert:innen eng mit den Kolleg:innen aus den Design-Teams zusammenarbeiten.

PAGE: Gibt es Tipps für Agenturen, die ihren PR-Bereich weiterentwickeln wollen?

Stephan Lachmann: Der wichtigste Schritt ist, PR nicht mehr isoliert zu denken. Erfolgreiche Kommunikation entsteht heute im Zusammenspiel von PR, Social, Content, Influencer- und Creator-Marketing sowie datenbasierter Analyse. Agenturen sollten außerdem gezielt Daten- und Insights-Kompetenz aufbauen. Wer Zielgruppen, Trends und kulturelle Dynamiken besser versteht, kann relevantere Geschichten entwickeln. Und nicht zuletzt braucht es Offenheit für neue Formate und Technologien. Kommunikation verändert sich permanent – erfolgreiche PR entwickelt sich deshalb genauso dynamisch weiter.

Danke.

Produkt: PAGE 9.2018
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