Let’s talk about money! Teil 3

In unserer Gehaltsserie berichten Designer anonym, wie viel sie im Monat verdienen und ausgeben. Mit individuellen Tipps für Versicherungen, Honorarverhandlungen und den Umgang mit Geld.



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N.N. Senior Software Engineer, fest angestellt, 37 Jahre, Hamburg

»Ich habe fast 20 Jahre Berufserfahrung als Entwickler. Programmieren habe ich mir sehr früh selbst beigebracht, mit viel Praxiserfahrung und Literatur führte ich meine eigene Variante des Informatikstudiums durch. Nach diversen Stationen als Freelancer und in Unternehmen liegt mein Jahresgehalt in einer Agentur aktuell bei rund 60 000 Euro brutto (circa 34 000 Euro netto), monatlich verdiene ich 2840 Euro netto. Ich habe innerhalb der vergangenen zwei Jahre zwei Gehaltserhöhungen von jeweils 10 Prozent bekommen – was ich viel finde und zuvor noch nicht erlebt hatte. Dafür musste ich nicht hart verhandeln, aber sehr, sehr hart arbeiten. Bei einigen Projekten habe ich unglaublich viele Überstunden gemacht und extrem viel Lebenszeit reingesteckt. Manchmal bekomme ich in solchen Fällen einen Bonus von circa 1000 Euro (brutto) obendrauf, den ich aber eher als unzulängliches Schmerzensgeld für sehr harte Phasen mit durchgearbeiteten Nächten empfinde.

»Obwohl ich nicht besonders auf meine Ausgaben achte, gebe ich mein Gehalt nicht komplett aus«

Eigentlich gilt aber: Ich bin zufrieden, solange ich sorgenfrei leben kann – was mit meinem Gehalt tatsächlich der Fall ist. Als nicht materialistisch veranlagter Typ brauche ich nicht von allem das Teuerste. Für meine Miete und private Fixkosten wie Handyvertrag und Internet sind monatlich etwa 1100 Euro fällig. Von den restlichen 1700 Euro gehe ich häufig essen, nicht immer günstig. Wenn ich abends schnell nach Hause will, fahre ich gern mal mit dem Taxi statt mit der Bahn. Obwohl ich nicht besonders auf meine Ausgaben achte, gebe ich mein Gehalt nicht komplett aus. Zwischen 500 und 800 Euro bleiben in den meisten Monaten übrig. Wenn sich genug angesammelt hat, kaufe ich mir davon etwas Größeres, beispielsweise einen neuen Computer. Zu meinem Geburtstag habe ich ein paar Freunde in ein richtig gutes Restaurant eingeladen und mir vorher noch ein neues Outfit gegönnt.

»Seit sechs Jahren bin ich nun schuldenfrei und muss mir keine Gedanken mehr über Geld machen«

Es gab aber auch ganz, ganz andere Zeiten, in denen es für mich finanziell wirklich schwierig war und ich Schulden hatte. Ich hatte mich dem falschen Geschäftspartner angeschlossen, viel zu viel gearbeitet und viel zu wenig verdient. Alles ging drunter und drüber. Aus gesundheitlichen Gründen musste ich eine etwas längere Auszeit nehmen, konnte nicht arbeiten und habe mir Geld geliehen. Als ich wieder einen Job hatte, wollte ich die Schulden so schnell wie möglich loswerden und habe sie in recht hohen Raten abbezahlt. Ich habe mich zu dieser Zeit finanziell extrem eingeschränkt, obwohl ich nicht schlecht verdient habe. Seit sechs Jahren bin ich nun schuldenfrei und muss mir keine Gedanken mehr über Geld machen, was für mich das Wichtigste ist. Ich muss keine Yacht besitzen, aber es ist mir sehr wichtig, dass ich einkaufen gehen oder Geld abheben kann, ohne mitzurechnen.

Zusätzlich zur gesetzlichen Rentenversicherung habe ich eine private – außer
dem noch eine Berufsunfähigkeitsrente. Seit ein paar Jahren überweise ich auch monatlich 100 Euro auf ein Sparkonto. Ein Blick auf den Kontostand ist nun schon ganz angenehm. Man weiß ja nie, was kommt. Das meine ich im guten wie im schlech
ten Sinne: Ein Puffer ist immer hilfreich – auch wenn man sich mal einen besonderen Wunsch erfüllen möchte.«

Das war unser anonymer Senior Software Engineer aus Hamburg. Schauen Sie nächste Woche wieder rein und lesen Sie weiter, wenn es wieder heißt: »Let’s talk about money!«


Hier geht’s zu den anderen Folgen unserer anonymen Serie zum Thema Honorare und Gehälter …



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