Kein Club, keine Foundry, aber 100 Prozent Typo

Cooles Hochschulprojekt: Auf der Plattform NoFoundry können angehende Typedesigner ihre Schriften, Zeichnungen, Bilder und Skizzen in eine Map hochladen, die sich anhand von räumli­chen Koordinaten hierarchiefrei durchstöbern lässt.



Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Im Seminar »Let’s Fonts« im Wintersemester 2017/18 diskutierten zehn Studierende zeitgemäße Formen der Schriftpublikation und setzten dies dann auch gleich in die Praxis um: mit NoFoundry.xyz. Auf der Plattform können angehende Typedesigner ihre Schriften, Zeichnungen, Bilder und Skizzen in eine Map hochladen, die sich anhand von räumli­chen Koordinaten hierarchiefrei durchstöbern lässt. Ein Typetester erlaubt das Ausprobieren der Fonts, die man dann via PayPal direkt beim Gestalter kaufen kann. Anders als bei großen Foundries entschei­det dieser selbst über den Preis und erhält 100 Prozent der Einnahmen. Das NoFoundry-Team kümmert sich um die Bewerbung der Schriften und organisiert für jede neu gelaunchte einen speziellen Release Act: mal eine Performance oder Party, mal einen Workshop oder eine kleine Ausstellung. Außerdem riefen sie das Saturday Type Fever ins Leben – einen 30-stündigen Schriftgestaltungsmarathon mit rund 80 Teilnehmern.

Noch mehr Nachwuchsthemen in PAGE 01.2020!

NoFoundry: Typo-Neulinge erwünscht

Inzwischen engagieren sich etwa 15 Studierende verschiedener Fachrichtungen bei NoFoundry mit dem Ziel, sich mit anderen Gestaltern und Hochschu­len weltweit zu vernetzen, wobei sich jeder einbringen kann: »NoFoundry ist kein Club, bei dem man Mitglied sein muss. Gerade Erstsemester oder Erasmus-Studenten versuchen wir aktiv einzubinden«, so die Macher. Im Juli wurde NoFoundry mit dem Gunther-Schroff-Preis am Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe gewürdigt. Ge­plant ist bereits ein zweites Saturday Type Fever im Januar 2020 mit Talks von Professoren und Gestaltern: »Wir bemühen uns, keine Neuauflage zu bieten, sondern mit anderem Konzept und neuen Ideen die Leichtigkeit der ersten Veranstaltung zu bewahren.« 

Zentrales Element der NoFoundry-Site ist eine Map, auf der sich alle Schriften und Entwürfe finden – ganz frei und unhierarchisch angeordnet. Links eine Momentaufnahme vom ersten Saturday Type Fever. Rund 80 Personen kamen für 30 Stunden zu diesem Schriftgestaltungs­marathon zusammen, um gemeinsam an ihren Schriften zu arbeiten

 

Als kollaborative Plattform fördert NoFoundry interdisziplinäres Gestalten. So machen Studierende aus den Fächern Ausstellungsdesign und Szenografie ebenso mit wie angehende Produktdesigner oder Medienkünstler


Schlagworte: ,




Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren