»Immer mehr Nischen mit designverwandten Arbeitsfeldern entstehen«

Was tun, wenn ich kein richtig guter Designer bin, aber alles drumherum Spaß macht? Christian Büning, Vizepräsident des Berufsverbandes der Deutschen Kommunikationsdesigner, weiß Rat.



Jeanne, 26: Hallo, ich studiere Kommunikationsdesign und merke, dass ich keine richtig gute Designerin bin. Trotzdem bin ich sehr gerne in den Arbeitsgruppen, und alles rund ums Design macht mir viel Spaß. Gibt es Berufe, die nah am Design sind, aber nicht so viel mit dem Designen an sich zu tun haben?

Liebe Jeanne, früh zu sehen, dass Ihr Studium noch nicht ganz zu Ihnen passt, ist ein gro­ßer Vorteil! Es gibt viele designnahe Be­rufe und sehr vielfältige dazu. Einige Hochschulen bieten Design Management als Studienschwerpunkt an. In die­ser Funktion sind Sie das Bindeglied zwischen Designern und Unternehmen, damit Projekte reibungslos laufen. Sie sorgen zum Beispiel dafür, dass Auftraggeber ein stark komprimiertes Briefing so formulieren, dass Designer es richtig verstehen. Sie moderieren also die Gestaltungsprozesse, anstatt selbst zu gestalten.

Oder Sie übernehmen als Projektmanagerin in einem Designbüro Tätigkeiten, die vielen Designern nicht liegen: Kalkulation, Präsentation, Implementierung, Evaluation et cetera. Ein großer Arbeitsbereich, in dem man nur selten studierte Designer findet. Auch hier könnten Sie echte Brücken zwischen den Disziplinen schlagen.

Die Designbereiche fächern sich zunehmend auf. Immer mehr Nischen mit designverwandten Arbeitsfeldern entstehen. Mein Tipp: Nutzen Sie den Vorteil Ihrer frühen Erkenntnis und suchen Sie er­gän­zende Studieninhal­te wie zum Beispiel Betriebswirtschaft. Sie ha­ben gute Chancen, genau die Nische zu finden, die zu Ihren Interessen passt.

Viel Erfolg!


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Christian Büning
Vizepräsident des Berufsverbandes der Deutschen Kommunikationsdesigner/
PAGE Kolumnist »Business Basics«

info(at)bdg-designer.de
http://www.bdg-designer.de

Christian Büning ist Inhaber des Büro Büning Informationsgestalter und Gründer des Werkstoff Verlags. Er ist Autor der BDG Gründerfibel und schreibt in der PAGE monatlich für Designunternehmer. Im BDG engagiert er sich für faire Märkte und professionelle Teilnehmer, seit 2011 in der Funktion als Präsident. Er ist leidenschaftlicher Fan von schematischen Zeichnungen und kann sich oft stundenlang nicht zwischen der Unit und der Droid Sans entscheiden. Christian Büning lebt und arbeitet in Münster – mit Fahrrad, natürlich.

Mehr Tipps zu Fragen aus der Berufspraxis lesen.

 


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Ein Kommentar


  1. Jan-Erik Baars

    Stimmt genau: Versuchen Sie es doch gleich mit einem Studium im Design Management! Wir nehmen zunehmend Studierende auf, die ebenso gemerkt haben, dass sie im Design daheim sind, sich aber nicht als ‘aktive’ Gestalter*innen sehen. In Luzern bieten wir einen Bachelor im Design Management an. Im übrigen: Gleiches gilt auch für Berufstätige. Auch hier gibt es einen Bedarf an Weiterbildung.


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