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GWA-Umfrage: Agenturen kommen mit blauem Auge davon

Die vom Gesamtverband Kommunikationsagenturen befragten Agenturinhaber und -geschäftsführer blicken überraschend optimistisch in die Zukunft.

GWA Umfrage: Erwartungen

In einer Online-Umfrage klopfte der GWA die aktuelle Stimmungslage in seinen Mitgliedsagenturen ab. Insgesamt nahmen 56 Inhaber und Geschäftsführer im Zeitraum 28. Oktober bis 3. November teil.

Zwar ist die Lage nach wie vor nicht rosig und viele Agenturen erwarten Umsatzrückgänge, doch die Einschätzung der Lage hat sich gegenüber einer vergleichbaren Umfrage im April 2020 verbessert: Statt 83% erwarten »nur« noch 57,1% der Agenturen einen Corona-bedingten Umsatzrückgang. 32,1% erwarten gar einen Anstieg (siehe Grafik oben).

Hier eine detailliertere Betrachtung:

GWA Umfrage: Umsatz

Das Neugeschäft lief in der zweiten Jahreshälfte bei vielen Agenturen wieder an – wenn auch die Marketing-Budgets der Auftraggeber nicht aufgestockt werden.

GWA Umfrage: Neugeschäft

In persönlichen Gesprächen mit Chefs unterschiedlicher Agenturen habe er eine überwiegend positive Marktwahrnehmung erkannt, so GWA-Präsident Benjamin Minack: »Niemand steckt den Kopf in den Sand. Alle sind hochmotiviert und arbeiten an Lösungen.«

Dennoch erwarten die Agenturen Insolvenzen und eine Konsolidierung am Markt. Bisher könne er solche Effekte aber noch nicht bestätigen, sagt Minack.

GWA Umfrage: Insolvenzen

Auch die Personallage scheint sich erholt zu haben. So erwarten 26,8% der Befragten in diesem Jahr mehr Personal zu beschäftigen. Dennoch rechnen 42,9% mit einem Personalrückgang. Immerhin: Bei zwei Dritteln der befragten Agenturen herrscht keine Kurzarbeit (mehr).

Minack, selbst Gründer und Geschäftsführer der Multichannel-Agentur ressourcenmangel, plädiert dafür, gerade jetzt in Stellen für den Nachwuchs zu investieren: »Wir können die gesunkene Nachfrage in anderen Sektoren nutzen und uns als verlässliche Arbeitgeber positionieren«. Seine Agentur habe in diesem Jahr bereits mehr Auszubildende eingestellt als sonst.

 

GWA Umfrage: Personal

Homeoffice ist in den Agenturen weit verbreitet, in verschiedenen Abstufungen und Modellen. Laut Minack zeichnet sich der Trend ab, dass Büroflächen langfristig verkleinert werden und Agenturen in die Ausstattung von Heimarbeitsplätzen investieren. »Das ist auch eine große kulturelle Herausforderung für Agenturen, etwa was Mitarbeiterbindung oder die Führung von Remote-Teams angeht«, sagt Minack.

Für 2021 rechnen 48,2% der befragten Agenturen mit einem Wachstum ihres Gross Incomes. Minack selbst ist zuversichtlich: »Die Kommunikationsaufgaben werden immer komplexer – dafür braucht es Agenturen!«

 

GWA Umfrage: Aussicht 2021

Einordnung Designmarkt

Die Mitgliedsstruktur des GWA umfasst größtenteils Werbe-, Kreativ- und Digitalagenturen und spiegelt daher die Lage auf dem Designmarkt, der zudem durch viele Einzelkämpfer und kleinere Studios geprägt ist, nur bedingt wider.

Für diesen Bereich sind entsprechend die Umfragen von Berufsverbänden wie dem BDG oder dem Dachverband Deutscher Designtag ausschlaggebender. Diese zeichneten im August respektive September ein eher düsteres Bild: Die Krise habe gerade erst angefangen.

Produkt: Mustervertrag: Berufsausbildungsvertrag
Mustervertrag: Berufsausbildungsvertrag
Mustervertrag von Kolonko Rechtsanwälte (Frankfurt) aus GWA-Ausgabe des Buches »Verträge mit Kommunikationsagenturen«

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