Dataveillance: Das Ende der Autonomie

Als Abschlussarbeit entwickelte Marnie Maile einen interaktiven Parcours, der Personen auf ihre Tauglichkeit als vorbildliche Bürger überprüft. PAGE hat sie verraten, was das Projekt vermitteln soll.



Merz Akademie, Stuttgart. Um für das Thema Dataveillance, also die Überwachung durch das Sammeln von Daten, zu sensibilisieren, entwickelte Marnie Maile als Abschlussarbeit im Studiengang New Media ein Testlabor für die futuristische Stadt Pointmania, das sie in Anlehnung an das Social-Scoring-System in China konzipierte. Ein interaktiver Parcours über­prüft Personen auf ihre Tauglichkeit als vorbildliche Bürger. Sechs Statio­nen muss man absolvieren und dabei Gesetzestreue, Lernbereitschaft, Gesundheit und emotionale Verfassung demonstrieren. Je nachdem, ob der Pro­band die jeweilige Aufgabe besteht oder versagt, bekommt er Punkte gutgeschrieben oder abgezogen. An der letzten Station wird das Ergebnis präsentiert, aber egal, welche Punktzahl man erreicht hat, man verliert immer: nämlich entweder seinen Score oder seine Autonomie.

Risiken von Datensammlungen vermitteln

»Die Umsetzung von Werten mithilfe von Dataveillance und sozialem Druck ist der falsche Weg. Das, was den Menschen ausmacht, Individualität, Kreativität und selbstbestimm­tes Handeln, geht dadurch verloren«, so Marnie Maile. Ihre browserbasierte Installation ist auf Basis von HTML, CSS und JavaScript entstanden. Eine Ampelschaltung sowie eine Lichtschranke mit Lasermodul und Lichtsensor setzte die Designerin mithilfe von Arduino und dem ESP8266-Mikrocontroller per WLAN um. 

Mit ihrem spielerisch-interaktiven Projekt will Marnie Maile das Thema Überwachung einer jüngeren Generation nahebringen, die sich der Risiken der Data­veillance oft nicht bewusst ist


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