»Das Verständnis für Design sollte zur Allgemeinbildung gehören«

Wieso das österreichische Studio Spitzar einen Design-Projekttag für Schulen plant.



Wie bringt man der Gesellschaft nahe, was Design ausmacht und was es für unseren Alltag bedeutet? Diese Frage steht im Zentrum der Initiative »Designer an die Macht« des Studios Spitzar aus Vorarlberg. Die Gestalter wollen mit der Aufklärung früh ansetzen und sind derzeit dabei, unter dem Stichwort »Designkunde« einen Projekttag für Mittelschulen zu entwickeln – also für Schüler im Alter von zehn bis vierzehn Jahren.

Wir sprachen mit Agenturgründer Marco Spitzar über seine Ambitionen bei dem Projekt.

PAGE: Warum ist euch Aufklärung so wichtig?
Marco Spitzar: Mir ist wichtig, dass Design an sich sowie der Beruf des Designers einen besseren Stellenwert bekommt – besonders bei den Entscheidungsträgern in den Management Boards. Es muss klarer werden, dass Designer Ahnung haben von Betriebswirtschaft und Innovation, und dass sie nicht nur Oberflächen aufhübschen.

Wieso tretet ihr jetzt an Schulen heran?
Weil wir denken, dass Verständnis für Design zur Allgemeinbildung gehören sollte. Design kommuniziert und manipuliert – und prägt damit maßgeblich die Gesellschaft. Wir möchten Schülern klar machen, wie bewusst Gestaltung entsteht, ausgearbeitet und lanciert wird – von der Milchpackung bis zum Schlafanzug. Das wollen wir ihnen spielerisch näher bringen. Die Formate dafür entwickeln wir zusammen mit Pädagogen. Im ersten Schritt wenden wir uns an Kunstlehrer, weil sie einen Zugang zu Gestaltung haben, aber letztlich soll das eine Ergänzung sein, die jeder für seinen Unterricht in Anspruch nehmen kann.

Wie geht ihr da genau vor?
Im November 2017 haben wir einen ersten Workshop veranstaltet und uns Formate für einen Projekttag überlegt, zum Beispiel das »Product Gender Game«. Dabei sollen Schüler bei einem Besuch im Drogeriemarkt Produkte für Männer und Frauen aussuchen und genau definieren, warum sie ein Produkt ausgewählt haben. So wollen wir einen Beitrag leisten zur Konsumentenaufklärung. Im Mai werden wir einen Vortrag samt Workshop bei der Wirtschaftskammer Vorarlberg halten, um unser Anliegen weiter zu verbreiten. Ziel ist es, den inhaltlich ausgereiften Projekttag übergreifend an Mittelschulen zu etablieren. Der erste soll im Herbst stattfinden. Momentan suchen wir Unternehmensentwickler, Manager, Designtheoretiker und natürlich Gestalter, die uns dabei unterstützen wollen – gerne auch über die Grenzen Österreichs hinweg!

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