ART and Press: Zeitung als Kunst

Von Ai Weiwei zu Erwin Wurm: Wie Künstler mit Wahrheit und Wirklichkeit der Medien umgehen.



Die Künstlerliste von ARTandPRESS im Martin Gropius Bau liest sich wie ein Who is Who zeitgenössischer Kunst: Damien Hirst ist da zu finden, Andreas Gursky, Daniel Richter, Gregor Schneider, Jonathan Meese, Marcel von Eden und auch Klassiker der Moderne wie Beuys, Robert Rauschenberg, Andy Warhol oder Mario Merz.

Arbeiten von 55 Künstlern zeigt das Museum, die sich auf unterschiedlichste Weise mit dem Thema Zeitung auseinander gesetzt haben, mit Aufklärung und Verschleierung, mit Macht, Zensur und Manipulation. Etwas seltsam mutet es in diesem Zusammenhang an, dass dabei ausgerechnet die BILD Zeitung Medienpartner der Schau ist …

Viele der Werke arbeiten mit dem Medium selbst. Gilbert & George zitieren Schlagzeilen, der junge iranische Künstler Farhad Moshiri hat einen abstrahierten Zeitungskiosk installiert, in dem unter anderem zu Teppichen gewebte Zeitschriftencover zu sehen sind, William Kentridge, Angus Fairhurst, Marine Hugonnier haben Zeitungen bemalt und verfremdet.

Viele Arbeiten sind eigens für die Ausstellung entstanden, manche nehmen sehr indirekt Bezug. Wie die Rauminstallation von Ai Weiwei. Sie ist aus Stahl aus einem der Schulgebäude hergestellt, das bei dem verheerenden Erdbeben 2008 als eines von vielen einstürzte und mehr als Tausend Kinder unter sich begrub. Um ihrem eigenen Ansehen nicht zu schaden, versuchte die chinesische Regierung die Tode zu verschweigen. Wenige Tage nach dem Unglück aber postete Ai Weiwei bereits erste Namen der Kinder auf seinem Blog und schickte Helfer in das Gebiet, die Eltern befragen und die Namen der Kinder ausfindig machte. Tausende kamen so zusammen, die Ai Weiwei so lange postete bis sein Blog von der Regierung gesperrt wurde, später dann twitterte er sie.

ARTandPRESS, Martin-Gropius-Bau, bis 24. Juni 2012, Begleitprogramm mit Künstlerdiskussionen hier.

Abb.: Gilbert & George: Cute Kids, aus der Serie »A London Picture«, 2011


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