Tipps für Nachwuchs-Fotografen

Kerstin Mende, Head of Art Buying bei Scholz & Friends Hamburg, erklärt jungen Fotografen, wie man ihre Aufmerksamkeit weckt – und wie nicht.



Kürzlich hat in Hamburg wieder der WTSPRNG-Event stattgefunden, bei dem Art-Buyerinnen einiger der besten deutschen Agenturen junge Fotografen beraten. Wir haben hier über die Veranstaltung berichtet – aber auch noch Tipps für unsere Leser eingeholt. In einer kleinen Serie gibt es die nächsten drei Donnerstage Ratschläge von drei weiteren Art-Buyerinnen. Doch lassen wir jetzt Kerstin Mende zu Wort kommen.  

Wer einen Foto-Job für Scholz & Friends machen möchte, muss zuerst an mir vorbei. Denn meine Aufgabe ist es, aus hunderten von Bewerbungen genau den einen Fotografen herauszufiltern, der zu Kunde und Aufgabenstellung perfekt passt.

Die gute Nachricht ist: Ich bin extrem neugierig und nehme mir jeden Tag viel Zeit dafür, das Unterholz meiner Mailbox nach neuen Talenten zu durchforsten. An manchen Tagen reden wir da über nicht weniger als 70 Newsletter und Initiativbewerbungen allein aus dem Bereich Fotografie.

Führt zu der Frage, wie man bei all der Konkurrenz positiv auffallen kann? Die Antwort darauf ist verblüffend einfach. Wer nichts falsch macht, macht schon einmal eine Menge richtig. Damit meine ich, dass es hilft, sich als Anbieter kurz in meine Lage als Einkäuferin zu versetzen. Je schneller ich aussagekräftige Bilder zu sehen bekomme und je mehr ich spüre, das ist jetzt nicht 08/15-Akquise, sondern da hat jemand recherchiert und weiß schon in etwa, was zu unseren Kunden passt, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein positiver Eindruck bei mir haften bleibt.

Wenn das so ist, steigt die Wahrscheinlichkeit eines Vorstellungstermins bei uns in der Agentur. Der muss dann nur noch gut laufen, und schon ist man auf dem Radar einer der besten Agenturen Deutschlands.

Jetzt heißt es Geduld haben. Die guten Leute zu kennen, ist das Eine, den richtigen Auftrag für sie am Start zu haben, das Andere. Erst wenn beides passt, klingelt das Telefon. Deshalb ist es wichtig die richtige Mischung aus »die Nerven behalten« und »auf dem Radar bleiben« zu finden. Hier gilt: Wer nachhakt, sollte einen Aufhänger haben. Bekomme ich aktuelle Bilder, die dem Portfolio eine neue Facette hinzufügen, freue ich mich immer. Über Mailgewitter zum Thema »Wo bleiben die Aufträge« hält sich meine Freude dagegen eher in Grenzen.

Völlig freudlos ist die Idee, einfach mal in der Agentur vorbeizuschauen. Das nervt. Immer. Menschen, die mit Ihrer Mappe unterm Arm unangekündigt in Werbeagenturen auftauchen und damit Erfolg haben, mag es in Vorabendserien geben – im echten Leben nicht. Ehrenwort.

 

 


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