Monster Limericks

Die Arbeiten des Hamburger Illustrators Frederik Jurk sind schon in »Die Zeit«, »FAZ« oder »NZZ« erschienen. Dabei wurde doch gerade erst seine Diplomarbeit »Monster Limericks« fertig, in der er über Vampire, Werwölfe oder Zombies dichtet. Hier ein Interview. 



PAGE: Wie entstand die Idee zu dem Projekt – warum Monster, warum Limericks? 

 

Frederik Jurk: Das Thema Monster war für mich wie geschaffen, da ich vor allem groteske, andersartige Figuren sehr liebe – andererseits sah ich es als Herausforderung, nicht die hundertste Variante alter B-Movie-Klischees zu zeichnen, sondern diese Kreaturen in meiner Bildsprache neu zu interpretieren. So sind meine Geister polternde Störenfriede, meine Zombies selbstbewusste Punkerinnen und die Rebellion der Maschinen scheitert an kaputten, altmodischen Spielzeugrobotern. Eigentlich sind fast alle Monster eher albern und gutherzig – es gibt viel Blut und Knochen in den Bildern, doch nichts davon ist besonders ernst, mit einem fast kindlichen Element. 

Usprünglich sollte das Buch mehr Monster umfassen, dafür jeweils nur in kleinen Vignetten – doch während der Arbeit habe ich mich sehr in meine Figuren verliebt und ihnen mehr Platz eingeräumt, um ihnen ein charmantes Eigenleben geben zu können.

Limericks passten in ihrer derben und humorvollen Tradition wunderbar dazu, und diese albernen, kleinen Gedichte zu verfassen, hat mir einen Heidenspaß bereitet – auch wenn dies vor allem durch die ungewöhnliche Rhythmik zunächst schwieriger war, als ich dachte. Und nicht zuletzt war dies eine perfekte Gelegenheit, mich in handgezeichneter Schrift auszutoben. Dies ist nicht mein erstes Buchprojekt, aber das Erste, in dem ich mich auch als Autor versucht habe. 

Wo und was hast Du studiert? 

 

Ich habe Illustration an der HAW Hamburg, der »Armgartstraße« studiert, die überwiegende Zeit bei Professor Bernd Mölck-Tassel, der mich stets in meiner Arbeitsweise bestärkt hat. »Monster Limericks« ist meine Diplomarbeit.

Du bist ja schon mit interessanten Kunden ganz gut im Geschäft, wie auf www.frederik-jurk.de zu sehen. Siehst Du Dich auch in Zukunft vorrangig als Illustrator? 

 

Ich verdiene erst seit recht kurzer Zeit regelmäßig Geld mit Aufträgen, meine Erfahrung mit freien Projekten reicht deutlich weiter zurück – vor allem in der Form von Buchprojekten in der internationalen Künstlergruppe Poste Aerienne, bei denen ich seit über 5 Jahren Mitglied bin. Dennoch sehe ich auch meine freien Arbeiten eher als Illustration, was wahrscheinlich daher kommt, daß wir in meiner Hochschule nie eine große Trennung zwischen freien und angewandten Arbeiten gemacht haben. Solange die Qualität stimmt, interessiert mich die Unterscheidung zwischen Kunst und Illustration nicht – letztlich sind alles Bilder.

Du wirst von Sepia repräsentiert. Was für eine Agentur ist das?

 

Sepia ist eine kleine, erst diesen Sommer gegründete Repräsentanz, ein Zusammenschluß von befreundeten Illustratoren. Wir arbeiten zwar alle sehr unterschiedlich, aber uns verbindet die Leidenschaft für anspruchsvolle Illustration.

Frederik Jurk hat 60 Exemplare von »Monster Limericks« drucken lassen – wer eines käuflich erwerben möchte, setzte sich mit dem Illustrator direkt oder mit seiner Agentur sepia in Verbindung. 


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