Branding Terror

Wer die Logos in diesem Buch gestaltet hat, wissen wir nicht – vielleicht Leute, die sonst eher mit Maschinengewehren »ar­bei­ten«. Systematisch werden hier jedenfalls die Zeichen von 65 Terror­orga­ni­sationen analysiert, wobei auch Gruppen aus Irland oder Kolumbien da­bei sind, die meisten haben aber islamis­ti­schen Hintergrund.



Artur Beifuss, Jour­nalist und Ex-Terrorismusexperte der Vereinten Nationen, hat mit dem italie­nischen Designer Francesco Trivini Bel­lini das ungewöhnliche Buchprojekt realisiert.

Die gelungene, sachliche Gestaltung lässt jeweils auf einen Text über Historie und Ziele der Gruppe eine Doppelseite folgen, die das Logo im Detail aufschlüsselt. Falls vorhanden, werden danach weitere visuelle Acces­soires wie Fahnen erklärt. Der Text ist ebenso neutral wie die Gestaltung und eben dies macht das Buch so auf­schluss­reich. Einerseits verraten die oft mit Symbolik vollgestopften Logos mehr über das Selbstverständnis der Kämpfer als manche aus der Außensicht berichtende Medien. Andererseits fallen verblüffende Parallelen auf: Die kolumbianische FARC-Guerilla etwa verwendet ebenso das Motiv der gekreuzten Maschinengewehre und des Buchs, wie es viele Islamisten tun. Besonders befremdlich visualisiert die ETA die Verbindung von Gewalt und Intellekt – in ihrem Logo windet sich eine Schlange um eine Axt.

Artur Beifuss, Francesco Trivini Bellini: Branding Terror. The Logo­types and Iconography of Insurgent Groups and Terrorist Organizations.

London (Merrell Publishers) 2013
336 Seiten

24,95 Pfund
ISBN 978-1-8589-4601-6

Logo der palä­stinensischen al-Aqsa Martyrs Brigades (AAMB) mit dem Fel­sendom im Zentrum


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