Animierte Illustrationen

Auf äußerst liebevoll gemachten (und aufwändigen) Illustrationen beruht das Musikvideo, das Drushba Pankow für den DJ Parov Stelar gestaltete. 





Auf äußerst liebevoll gemachten (und aufwändigen) Illustrationen beruht das Musikvideo, das Drushba Pankow für den DJ Parov Stelar gestaltete. 

Das Berliner Duo Drushba Pankow – bestehend aus Alexandra Kardinar und Volker Schlecht – lässt seine Illustrationen in unterschiedlichste Arbeiten einfließen: ins Ausstellungsdesign im Deutschen Technik Museum Berlin ebenso wie in eine meisterhafte Graphic-Novel-Version von E.T.A. Hoffmanns berühmter Erzählung »Fräulein von Scuderi«. Jetzt animierten sie aus ihren Illustrationen einen Musikclip für den DJ und Produzenten Parov Stelar. Hier erklären sie uns den Hintergrund des Projekts.

Das Musikvideo entstand zum überwiegenden Teil zwischen Mitte Oktober 2011 und Mitte Januar 2012, von der Erarbeitung der Story bis zum fertigen Film. Animiert ist es als klassischer Zeichentrick, mit durchschnittlich 12 Zeichnungen pro Sekunde, mit Bleistift auf Papier. Die Farbgestaltung  ist eine Art digitale Collage aus eingescannten Farb- und Materialstrukturen, wie wir sie oft für unsere Illustrationen verwenden. Das Video ist ein Versuch, diese Illustrationsästhetik in das Bewegtbild zu übertragen. Durch die Einzelbildsequenzen der Animation hatten wir dabei natürlich ebenfalls 12 farbige Illustrationen pro Sekunde »zu bauen«, im Unterschied zur einzelnen Illustration für ein Buch oder eine Zeitschrift, und auch im Unterschied zur herkömmlichen flächigen Colorierung klassischer Zeichentrickfilme. 

Teilweise haben wir klassische Filmszenen zitiert und rotoscopiert, zum Beispiel Michael Madsen in »Reservoir Dogs« oder eine Aston-Martin-Verfolgungsjagd aus »Goldfinger«. Wir haben versucht, die Story über das Verlassenwerden und das klassische Herz-Schmerz-Thema entsprechend der Musik und der Stimme »sexy« und auch aus der Sicht der »starken Frau« zu erzählen, assoziativ, metaphorisch und an einigen Stellen auch typografisch am Text. Das durchgängige Motiv ist natürlich das Spiel mit dem Geparden, als gefesseltes und gegängeltes Schmuse- und Vorzeigetier, das sich am Ende befreit – einerseits; andererseits wird der Spieß am Schluss umgedreht, nur unterscheidbar dadurch, dass es einen weißen und einen bräunlichen Geparden gibt. Aber das werden wohl die meisten, wenn überhaupt, erst beim mehrmaligen Sehen mitbekommen. So gibt es mehrere Erzählstrukturen zu entdecken, und es wird hoffentlich nicht langweilig.

Die deutsche AG Kurzfilm hat das Video in ihre aktuelle DVD »New German Animations« aufgenommen, und wird es für die Auswahl zum Deutschen Kurzfilmpreis vorschlagen.








 


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