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Data in die Welt tragen: Stefan Sagmeister hat Schuhe gestaltet

»Finally, Something Good« heißt die neue große Ausstellung von Stefan Sagmeister, die Daten über die Welt in Kunstwerke verwandelt. Passend dazu hat der Stardesigner Schuhe gestaltet, die das Informationsdesign in die Welt tragen – und damit auch ein paar trostlose Daten über Deutschland.

»Finally, Something Good« heißt Stefan Sagmeisters neue Ausstellung, die bis zum 18. April 2027 im Gâité Lyrique in Paris zu sehen ist.

13 Jahre nach dem riesigen Erfolg von »The Happy Show« taucht der österreichischer Star-Designer, der in New York lebt, einmal mehr in die Welt der Daten ein.

Wie immer bereitet Sagmeister diese in mitreißender Ästhetik auf, verwandelt die Informationen in Farbflächen, Muster oder Kreise, in Installationen und immersive Erlebnisse. Oder er legt sie über Kunstwerke aus dem 18. Jahrhundert.

In zwölf Kapiteln und auf ganz eigene Weise erzählt er in der Schau davon, wie die Welt und die Gesellschaften sich in zweihundert Jahren verändert haben.

Er lädt dazu ein, die Perspektive zu wechseln, ob es dabei um Krieg und Frieden, um Demokratie, die Lebenserwartung, um Selbstliebe, Klima oder Ernährung geht. Und er zeigt, dass trotz aller gefühlten Unsicherheit gerade, vieles sich in unseren Gesellschaften verbessert hat.

Fakten in die Welt tragen

Mit der Ausstellung will Sagmeister Ängste abbauen und zum Handeln anregen – und möchte die Ideen gleichzeitig mit zwei Schuhmodellen in die Welt hinaustragen.

»Ein Kunstwerk bleibt gewöhnlich dort, wo es ausgestellt wird. Ein Schuh kann gehen«, heißt es. Und diese Schuhe entstehen gemeinsam mit der nachhaltigen Frankfurter Schuhmarke ekn footwear – und ihre Gestaltung beruht auf zwei verschiedenen Datensätzen.

Visualisiert der Sneaker »Bring It On« in kräftigem Gelb, in Orange und Grau den heutigen Stand der erneuerbaren
Stromversorgung, zeigt der Boot »Like a Complete Unknown« aufgrund der Daten aus der OECD Affordable Housing Database, HC3.1, 2024 die Wohnungslosigkeit im Ländervergleich.

Und was die Data zur Wohnungslosigkeit angeht, bei der die Anzahl Wohnungsloser für 100.000 Einwohner errechnet wird, ist die Anzahl in Deutschland traurig hoch:

Leben in den USA je 100.000 Einwohner:innen 76 Menschen auf der Straße, sind es in Deutschland 46 auf 100.000 Menschen. In Großbritannien sind es 16, in Frankreich 8, in Mexiko 5 und in Japan 2.

Sagmeister unterstreicht, dass Mexiko, das weitaus ärmer als die Vereinigten Staaten ist, deutlich weniger Wohnungslose hat. Das zeige, dass Obdachlosigkeit keineswegs eine Frage des Wetters, wie Sagmeister sagt.

Schuhe für den guten Zweck

Für die beiden Schuhmodelle wurden die Datenvisualisierungen von Sagmeister an die Form und Konstruktion der nachhaltigen Schuhe angepasst.

Während bei dem Sneaker die Datenübersicht in das Fußbett eingeprägt ist, wurden bei dem Boot die Infografiken auf das Glattleder eingestickt.

Beide Schuhe werden von Hand in Portugal gefertigt. Sie sind in den EU-Größen 36 bis 46 erhältlich und, statt dass sie mit eventuellem Überschuss vorproduziert werden, können sie bis zum 15. November 2026 zur Produktion vorbestellt werden.

Der Sneaker kostet 300 Euro, der Boot 350 Euro und von jedem verkauften Paar gehen 10 Prozent des Verkaufspreises an Organisationen, die inhaltlich mit den jeweiligen Arbeiten verbunden sind: 30 Euro pro Sneaker fließen an die Future Cleantech Architects, einen in Deutschland ansässigen Think Tank für Klima- und Cleantech-Innovation, 35 Euro pro Boot an die Coalition for the Homeless in New York.

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