Koordinaten eines Küchenchefs: der clevere neue Look von Kiko Martins
In den Gerichten des portugiesischen Spitzenkochs Kiko Martins stecken Einflüsse und Erfahrungen aus der ganzen Welt. Die Peter Schmidt Group übersetzte diese in ein ebenso einfaches wie hintergründiges Personal Branding.

Das Restauranterlebnis beginnt für viele Gäste schon bevor sie am Tisch Platz nehmen: Sie entdecken Lokale über Instagram, YouTube oder Empfehlungen, verfolgen die Arbeit eines Küchenchefs oft über Monate. Restaurants funktionieren wie Marken: Sie bespielen unterschiedlichste Kanäle und wecken dort Interesse. Und Köchinnen und Köche? Machen es immer öfter genauso! Ein Beispiel dafür ist der portugiesische Spitzengastronom Kiko Martins: Dessen Restaurants sind im Guide Michelin gelistet und aufgrund seiner Fernsehauftritte ist er im ganzen Land ein bekanntes Gesicht. Und auch sein neues Branding trifft den Geschmack: Beim D&AD gewann es in diesem Jahr einen Pencil, beim Branchenaward FAB Gold als beste Arbeit in der Kategorie Brand Identity.
Lokale Bezüge ohne Klischee
Entwickelt hat den Auftritt die Peter Schmidt Group am Standort in Lissabon. Die Gestalter entwarfen einen minimalistischen Look, der subtil vermittelt, was die Küche von Kiko Martins auszeichnet: Sie lädt zum Entdecken ein und nimmt Gäste auf eine kulinarische Weltreise.
Diese Reise hat auch Kiko Martins hinter sich: Er bereiste mehr als zwanzig Länder auf allen Kontinenten, lernte Rezepte, Gewürze und Zubereitungsmethoden kennen und verwebte all diese zu einem einzigartigen kulinarischen Stil. Wegen genau diesem kommen Gäste in seine Restaurants – und davon erzählt das neue Branding. Dabei vermieden die Designer alle Klischees und vordergründigen Bezüge. Vielmehr gingen sie auf die Suche nach einer visuellen Idee, die die unterschiedlichsten Orte verbindet. Das Ergebnis waren geografische Daten. Denn jeder Ort der Welt lässt sich über Koordinaten definieren. Grad, Minuten, Sekunden – diese universale Sprache wurde zum Herzstück des Designs und vermischt sich mit dem Namen Kiko Martins‘ zu einem typografischen Auftritt.
Die Poesie des Hintergründigen
Das reduzierte Logo lässt sich auf jede Oberfläche übertragen: gestickt auf Schürzen, geprägt auf Tellern, gedruckt auf Menüs. Digital wie analog. Und immer in Harmonie mit der visuellen Identität der sehr unterschiedlichen Restaurants, die Kiko Martins betreibt. Als Partner mit an Bord: die Agentur Stream and Tough Guy, die die begleitende Kommunikationskampagne entwickelte.
Pedro Vilar, Chief Creative Officer der Peter Schmidt Group in Lissabon, erklärt: »Ein gutes Design schafft nicht nur Sichtbarkeit, sondern macht neugierig. Es spielt mit der Faszination des Hintergründigen und baut gerade dadurch emotionale Bindungen auf.« Auch für Kiko Martins bietet die Veränderung die Möglichkeit, seine Positionierung weiter zu schärfen: Bislang trat er als »Chef Kiko« auf, stellte jedoch fest, dass Menschen diesen Namen mit dem Beginn seiner Karriere assoziierten – dies passte nicht mehr zu seiner Wahrnehmung als etablierter Koch und seinen gewachsenen Ambitionen. Durch sein neues Personal Branding wird er zum Premiumabsender und Kosmopoliten; bereit, seiner kulinarischen Reise die nächsten Stationen und damit Koordinaten hinzuzufügen.









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