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Design lehren: Die Professur macht dich zu einer besseren Designerin

Nicht nur Studierende lernen in der Lehre. Ein Interview mit Prof.in Ulrike Brückner von der FH Dortmund über Experimentierräume, Perspektivwechsel – und den Schritt, den sie nie bereut hat.

Porträt einer lächelnden Frau mit blondem, schulterlangem Haar in einem hellen Büro oder Atelier. Sie trägt eine glänzende rote Jacke mit floraler Stickerei am Ärmel und steht entspannt mit den Händen in den Taschen vor einem unscharfen Hintergrund mit Bücherregal und großformatigem Bild oder Bildschirm in Lila- und Rosatönen.Bild: FH Dortmund, Mike Henning, www.henning-photographie.de

Frau Brückner, was hat Sie als Designerin motiviert, Professorin zu werden?
Meine erste Lehrerfahrung hatte ich im Rahmen einer Buchvorstellung über das Goethe-Institut im Ausland. Die Workshops mit Studierenden haben mir überraschend viel Spaß gemacht. Die Lehre ist ein geschützter Raum, in dem man experimentieren kann – eher anders als in klassischen Auftragsarbeiten. Gleichzeitig ist sie ein Perspektivwechsel: Man verlässt die eigene gestalterische Routine und bleibt durch neue Themen und Kooperationen geistig beweglich.

»Die Lehre ist ein geschützter Raum, in dem man experimentieren kann – eher anders als in klassischen Auftragsarbeiten. Gleichzeitig ist sie ein Perspektivwechsel.«

Wie hat Sie Ihr Weg an die Fachhochschule Dortmund geführt?
Nach den ersten Workshops folgten Lehraufträge. Ein Kollege hat mich dann ermutigt, mich auf eine Professur zu bewerben. Beim ersten Versuch wurde ich direkt Zweite – das hat mich motiviert, dranzubleiben. Meine nächste Bewerbung führte mich an die FH Dortmund, zunächst als Vertretungsprofessorin.

Haben sich Ihre Erwartungen an die Professur erfüllt?
Es hat sich etwas sehr Positives und ehrlich gesagt Unerwartetes entwickelt. In der Lehre reflektiert man die eigene Arbeitsweise, Haltung und Methodik viel stärker. Ich habe gemerkt, dass mein gestalterisches Spektrum wesentlich komplexer ist, als ich dachte. Unser Fachbereich Design ist ein offener, kreativer und sehr kollegialer Ort. Diese Atmosphäre ermöglichte es mir, mich weiterzuentwickeln und Neues auszuprobieren.

Wie gestalten Sie Ihre Seminare, um Studierende aktiv einzubinden?
Ich arbeite neben größeren Projekten immer mal mit sogenannten »Weekly Tasks«. Das sind kleine Aufgaben, die nur 10 bis 20 Minuten dauern. Es geht nicht um perfekte Ergebnisse, sondern darum, Impulse zu setzen und den Blick zu öffnen. Kreativität entsteht oft im Alltäglichen – selbst ein alter Kaugummi kann Ausgangspunkt für gestalterische Ideen sein. Diese zusätzlichen niederschwelligen Übungen werden sehr gut angenommen.

»In der Lehre reflektiert man die eigene Arbeitsweise, Haltung und Methodik viel stärker. Ich habe gemerkt, dass mein gestalterisches Spektrum wesentlich komplexer ist, als ich dachte.«

Welche inhaltlichen Schwerpunkte prägen Ihre Arbeit in Lehre und Forschung?
Ich verfolge einen integrativen, künstlerisch-experimentellen Ansatz. In Seminaren wie »Digitale Heimat« oder »Print is not dead – postdigital publishing« beschäftigte ich mich u.a. auch mit digitalen Technologien und ihren gesellschaftlichen Auswirkungen. Ich war unter anderem an der Entwicklung der »Digitalen Werkstatt Design« und von »digilab_ai« bei uns am Fachbereich beteiligt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Social Design. In der Projektreihe »Open Space«, die ich mit Prof. Nora Fuchs initiierte, entwickeln Studierende gemeinsam mit Bewohner:innen Projekte im Stadtraum. Design wird hier als aktives Instrument verstanden, um gesellschaftliche Prozesse mitzugestalten. Mehr zum Thema kann man in dem Buch »Design als Haltung« nachlesen, das ich gemeinsam mit meiner Kollegin Bianca Herlo geschrieben habe.

Wie sehen Sie die Zukunft des Designs – und die Rolle der Lehre dabei?
Design verändert sich gerade sehr, insbesondere durch Künstliche Intelligenz. Der Fokus verschiebt sich stärker hin zu Konzept, Idee und kuratorischer Leistung. Designer:innen müssen heute breiter aufgestellt sein: Sie sind u.a. auch generalistisch denkende Strateg:innen und gesellschaftliche Akteur:innen.

Darauf reagieren wir auch an der FH Dortmund. Ab dem Wintersemester 2026/ 2027 wird unser Studiengang als »Visuelle Kommunikation« mit zum Teil interdisziplinären Labs neu ausgerichtet. Auf unserer Website sugarsroll.de zeigen wir bei uns entstandene studentische Projekte.

Was macht die Professur im Design für Sie persönlich so besonders?
Sie verbindet vieles: Gestaltung, Forschung, Austausch und gesellschaftliche Relevanz. Man lernt ständig dazu – durch Studierende, durch Projekte, durch neue Fragestellungen. Genau das macht den Beruf so spannend.

Mehr Information

Der Schritt zur Professur beginnt mit einer Entscheidung. Alle Informationen zum Karriereweg an der FH Dortmund findest du hier: Link zur Website

 

Fachhochschule Dortmund

Mit rund 13.700 Studierenden sowie gut 900 Lehrenden und Beschäftigten zählt die FH Dortmund zu den zehn größten Fachhochschulen in Deutschland.

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Kommunikationsdesign, Fotografie, Film, Sound, Game Design, Objekt- und Raumdesign sowie weitere Spezialisierungen.

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