PAGE Special: Die Cannes Lions 2011// Tag 3

Auf PAGE Online teilt Jens Schmidt täglich Erfahrungen, Trends und Anekdoten vom Kreativfestival in Cannes. Tag 3: Mobile und iPad Apps ohne Ende.



Bild Cannes Lions Special 2011

Auf PAGE Online teilt Jens Schmidt täglich Erfahrungen, Trends und Anekdoten vom Kreativfestival in Cannes. Tag 3: Mobile und iPad Apps ohne Ende. 

Am zweiten Jurytag fangen wir erst um 8:30 Uhr an. Zielsetzung: auch heute um die 160 Arbeiten zu jurieren. Die Jury ist wie gestern in fünf Gruppen à fünf Juroren aufgeteilt, die inhaltlich unterschiedliche, oft nach Branchen sortierte Themen bewerten. Durch das Preliminary Voting, das in diesem Jahr zum ersten Mal online zu Hause passierte, fallen so bereits einige weniger überzeugende Einreichungen heraus. Das schafft die Grundlage an verbleibenden Einreichungen, aus denen die komplette Jurygruppe in der Folge die Shortlist nominiert. Noch bewertet jeder mit einem digitalen System am Rechner die Arbeiten für sich, ohne dass darüber diskutiert wird. Die Diskussion über einzelne Arbeiten kommt zum ersten Mal am Sonntag. Das Programm sagt für heute nach dem Lunchbreak bis »open end«. Das war in den letzten Tagen immer um 19.30 Uhr herum — hoffentlich wird der heutige Tag etwas weniger anstrengend als der gestrige, denke ich mir.

Bild Cannes Lions Special 2011
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 Christina Brown und Rapha Vasconcellos

Die Zeit schleicht langsam voran und die Liste der Arbeiten wird unmerklich weniger und plötzlich ist es doch schon Mittagszeit. Etwas essen und dann auf der Terrasse frische Luft schnappen. Der Blick vom Palais du Festival auf Bucht und Yachten ist trotz des etwas bedeckten Wetters bezaubernd. Nach dem Essen ist dann bei allen für einen Moment die Luft raus. Einige hängen sichtlich durch, vor allem jene die zusätzlich mit der Zeitverschiebung zu kämpfen hatten. Bei mir geht es weiter mit der Bewertung von Kategorie E01 Mobile Advertising. Die Kategorie der nicht enden wollenden Mobilen- und iPad Apps sowie iAds. Spannende Arbeiten darunter, die in vielen Fällen ortsbasierte Konzepte nutzten. Viel geht es darum, erweiterte Inhalts- und Erlebnisebenen über QR-Codes oder GPS-Ortung erfahrbar zu machen.

Aber auch andere Technologien wie Sprach- und Gesichtserkennung spielen eine Rolle. Morgen werde ich die 239 Mobilen Einreichungen abgeschlossen haben, dann gibt es F02 zum Frühstück. Das ist die Kategorie Viral Video Part 1. Bei Viral Marketing F03 hat es heute zwischendurch schon eine kleine Jury-Menschentraube um eine Einreichung gegeben – ein guter Indikator für Preisträger. In den viralen Kategorien finden sich oft bereits bekannte Arbeiten, die über Facebook, Blogs, Newsletter oder Twitter über das Jahr aufgetaucht sind. Erfahrungsgemäß sieht man aber auch unglaublich viel Neues. Gut für Überraschungen sind oft die Arbeiten aus den asiatischen Kulturkreisen, allem voran aus Japan.

Bei 330 Arbeiten hatte ich mein Planziel schon knapp übererfüllt. So konnte ich mich abmelden um die Abendsonne für einen Sprung ins mediterrane Meer zu nutzen. Abends saßen wir in einer großen Gruppe beim Essen zusammen und begannen schon einmal mit der inoffiziellen Diskussion über besonders gute oder besonders schlimme Einreichungen. Dann kamen die Themen: Obligatorischer iPhone App-Abgleich, Reisen in Japan, Google, Hello Kitty, Uniqlock, der zweite Weltkrieg, Stackenblocken – The German Gameshow, Austern essen, Ikea und schließlich noch Penisanwendung mit QR-Code – also das Übliche. Jetzt ist es Samstag 5:31 Uhr am Morgen. Ich habe die verdammte Mücke endlich ausgeschaltet, die mich schon gestern früh geweckt hat. Hätte ich doch bloß diese App gehabt, die kleine Krabbel- und Fliegetiere mit hochfrequenten Tönen vertreibt.

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