Schrift des Monats: Bouwen

Mit den Teilen der Bouwen lassen sich Buchstaben zusammenstecken.



Die Schrift des Monats September heißt Bouwen und kommt von Neal Fletcher. Der 23-jährige Grafikdesigner beendete soeben sein Studium an der University of Central Lancashire in England, seine Abschlussarbeit war die Schrift Bouwen.

Auf holländisch bedeutet bouwen bauen und so ist der Name Programm. Denn mit Neal Fletchers Typeface Kit lassen sich Buchstaben zusammenstecken. Die Schrifttheorie besagt, dass der Charakter einer Schrift von fünf bis zehn Lettern bestimmt wird. Nimmt man diese als Grundlage, sollte es möglich sein, den Rest der Schrift zu zeichnen. Mit seinem Baukasten belegt der junge Brite diese Theorie, denn mit den 20 verschiedenen Plexiglas-Stücken, die er auf einem Lasercutter an der Uni schnitt, ist es möglich, jeden Buchstaben von A bis Z in Versalien und Gemeinen sowie Satzzeichen auf einer Lochtafel zu stecken.

Das Bouwen Typeface Kit macht Kindern und Typofreaks gleichermaßen Spaß, Neal Fletcher bekam so viele positive Reaktionen, dass er jetzt auf der Suche nach einem Produzenten ist, um den Baukasten zum Verkauf anbieten zu können.

Bis es soweit ist, müssen wir uns mit der digitalen Variante der Bouwen begnügen. Fletcher verwendete seine Konstruktionszeichnungen, um daraus einen OpenType-Font in drei Versionen zu gestalten: Bouwen Filled ohne Löcher, Holes mit den Stecklöchern sowie Bouwen Parts, quasi eine digitale Version des Baukastens, mit der sich die Teile am Bildschirm zu Buchstaben zusammensetzen lassen. Den Bouwen Font kann man sich hier kostenlos herunterladen.

Auch die eigens eingerichtete Website gibt Besuchern die Möglichkeit zur Interaktion. Auf der Homepage kann man herausfinden, aus welchen Teilen jedes Zeichen besteht, beim Öffnen der Toolbox und Klick auf einen Buchstaben sieht man, welche Bauteile man benötigt. Und im »Playground« kann man mit den Teilen nach Herzenslust spielen – übrigens auch auf iPad und iPhone.

Das Bouwen-Projekt ist ein Meisterstück und das Typeface-Kit viel zu schade, um in einer akademischen Schublade zu verschwinden. Wäre es nicht toll, wenn es als Unterrichtsmaterial in hiesigen Schulen eingesetzt würde?

Da würden Erstklässler doch richtig Lust auf Buchstaben bekommen – und so mancher Typenerd auch

Aus nur 20 Teilen lässt sich ein komplettes Alphabet bauen

Bouwen gibt es auch als kostenlosen OpenType-Font

Auf der Website erfährt man, aus welchen Teilen jedes Zeichen besteht…

…und im Playground kann man selbst nach Herzenslust spielen


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