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Neue Schrift für Vorwerk

Für das 1883 gegründete Traditionsunternehmen entwickelte Character Type aus Hamburg eine neue Schriftfamilie.

VorwerkOpener

Bekannt ist Vorwerk, das seit seiner Gründung bis heute in Wuppertal ansässig ist, nicht nur für den Kobold Staubsauger, sondern auch für Haushaltsgeräte wie den Thermomix. Zusammen mit der Marken- und Designagentur Jung von Matt BRAND IDENTITY entwickelte Vorwerk Markenstrategie und Corporate Design behutsam weiter. Teil dieses Wandels ist die Schriftfamilie Vorwerk Sans, entwickelt von der Hamburger Foundry Character Type.

Character Type-Gründer Henning Skibbe gestaltete zusammen mit Typedesignerin Anja Meiners eine geometrische Sans mit acht Schriftschnitten: Light, Regular, Medium und Bold plus Italics. Sie greifen bis ins Detail die Markenwerte des Unternehmens auf. Formelemente wie der Viertelkreis und die spitzen Winkel finden sich in vielen Gestaltungselementen des Erscheinungsbildes und so auch in der Schrift wieder.

VorwerkSchriftmerkmale VorwerkHalbkreis

Um auch auf den Displays der Haushaltsgeräte ohne Abstriche einsetzbar zu sein, sollten die neue Hausschrift möglichst ähnlich platz-ökonomisch gestaltet werden, wie der bis dahin eingesetzte Google-Font Roboto. Eine echte Herausforderung, vergleicht man die schmale Roboto mit den breiteren, weil runderen Formen geometrischer Schriften. Durch eine Vielzahl schriftgestalterischer Tricks und Kniffe gelang es Henning Skibbe und Anja Meiners, die Vorwerk Sans so zu gestalten, dass sie nur minimal raumgreifender ist als die Roboto.

VorwerkSchriftvergleich

Vorwerk Sans enthält zudem den identischen Zeichensatz wie Roboto: 1.521 Buchstaben und Zeichen in lateinischen, kyrillischen und griechischen Formen, die die Kommunikation in 311 Sprachen ermöglichen. »Wir haben auch Glyphen wie Ѭ, das jotierte große Yus aus dem Kyrillischen gestaltet,« berichtet Henning Skibbe. »Eigentlich ist es ein toter Buchstabe, der höchstens noch Verwendung im Kirchenslawischen, also in historischen Dokumenten findet.« Vorwerk wollte aber auf Nummer Sicher gehen.

»Wenn in einem Unternehmen wie Vorwerk Millionen von Texten und Textbausteinen auf eine neue Schrift umgestellt werden ist es zwingend erforderlich, dass alle bis dahin verwendeten Zeichen auch erhalten bleiben,« so Skibbe. »Niemand weiß genau, welche Schriftzeichen in der Vergangenheit für welchen Zweck zum einsatz kamen.« Glyphen wegzulassen, die Teil der Roboto sind, hätte dazu führen können, alte Dokumente unleserlich zu machen. Das berühmt berüchtigte  verunsichert Kunden wie Mitarbeiter gleichermaßen. So dienen einige Glyphen als Sicherheitsnetz, auch wenn sie möglicherweise nie zum Einsatz kommen. 

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