Modelle des Schriftenerwerbs: Mieten, kaufen oder beides?

Man kann Schriften traditionell lizensieren, ein Abomodell wählen oder auch einen Mix aus beidem. Der zehnte und letzte Teil der Serie »Schrift bringt’s« erklärt die Vor- und Nachteile.



Erst mieten dann kaufen, dieses Modell verfolgt die Desktop App Fontstand.

Schriften kosten Geld. Wie viel, das hängt ganz davon ab, wofür man sie braucht, aber auch davon, wo man sie kauft. Anbieter, die zu Monotype ge­hö­ren (FontShop, Linotype, MyFonts), haben zumeist dieselben Preise, auch wenn es auf den ersten Blick manchmal nicht so aussieht, weil der eine sie schon in der Übersicht mit Mehrwertsteuer anzeigt, der andere nicht. Wenn Typedesigner ihre Schriften über verschiedene Plattformen und auch über ihre eigenen Websites anbieten, lohnt es sich, Preise zu vergleichen. Einige Fonts, die sich etwa auf MyFonts fin­den, gibt es auch auf HypeForType, Fontspring oder YouWorkForThem. Die beiden Letzteren rechnen in Dollar ab – hat der Euro gerade mal einen guten Moment, kann sich das bei einer größeren Schriftfa­mi­lie schon bemerkbar machen.

Neben der klassischen Möglichkeit der Schrift­li­zenzierung gibt es auch andere Optionen, zum Bei­spiel ein Fontabo. Creative-Cloud-Abonnenten bekommen au­tomatisch Zugang zum Portfolio-Plan von Adobe Typekit, der sonst etwa 50 Dollar im Jahr kostet. Er umfasst Tausende von Desktop- und Web­fonts, die man für kommerzielle Projekte einsetzen kann – allerdings mit gewissen Einschränkun­gen, beispielsweise was die Verwendung auf Kundenwebsites betrifft. Genaue Auskunft zu allen Fragen findet man auf der Adobe-Hilfeseite. Ähnli­ches gilt für die Monotype Library Subscription, die rund 15 Euro im Monat kostet.

Einen Mix aus Abo und Kauf bietet die Desktop-App Fontstand, bei der man Schriften für eine Stunde erst gratis testet und dann mietet. Nach einem Jahr ist die Schrift bezahlt, die Miet- wird zu einer normalen Desktop- oder Weblizenz. Ein neues Ge­schäfts­modell praktiziert die Foundry Future Fonts. Hier kann man Schriften schon während ihres Entstehens kau­fen und so frische, hochwertige Fonts güns­tig erwerben (siehe PAGE 07.18, Seite 104 ff.).

 


Hier geht es zu den anderen Teilen der Serie »Schrift bringt’s«.

 

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