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So geht nachhaltiges Webdesign!

CO2-Bilanz optimieren: Wie man energiesparende, klimafreundliche Websites gestaltet

Wieviel CO2 vebraucht die eigene Website?
Ein Test mit dem Website Carbon Calculator kann erhellend sein – und erschreckend

In Sachen Klimaschutz müssen wir dringend auch über unser geliebtes Internet reden. Längst wächst es sich nämlich zum gigantischen Stromfresser aus und verursacht mehr CO2-Emissionen als der Flugverkehr.

Immer größere Datenleitungen verleiten dazu, Websites sinnlos aufzublähen, konstatiert Tom Greenwood von der Londoner Agentur Wholegrain Digital – und legte das praktische Handbuch »Sustainable Web Design« vor, um dem entgegenzuwirken. Christoph M. Werner hat es nun dankenswerterweise unter dem Titel »Nachhaltiges Webdesign« ins Deutsche übersetzt.

Es ist faszinierend, an wievielen Stellschrauben Webdesigner und -entwickler:innen drehen können, wobei schlankere Websites ja erfreulicherweise zugleich für bessere Usability sorgen. Greenwood hat nicht nur praktische Tipps für verkürzte User Journeys oder die Reduktion von Bildgrößen parat. Auch am Energieverbrauch von OLED-Bildschirmen lässt sich drehen, etwa durch die Farbwahl – weil Weiß und Blau die meiste Energie verbrauchen, kamen beim Redesign von Greenwoods eigener Agenturwebsite wärmere, dunklere Farben zum Einsatz (sieht übrigens viel besser aus als die weiß-hellblauer Site vorher).

 

Nachhaltiges Webdesign
Die CO2-optimierte Website von Tom Greenwoods Agentur Whole Grain Digital

Bei der Typo sind variable Fonts die effizienteste Lösung, verzichten sollte man auf Schriften-Abos wie Adobe Fonts oder fonts.com, die permanente Serveranfragen nötig machen. Auch beim schlanken Coding sollte man Serveraufrufe minimieren, aufgeblähte Bibliotheken und PlugIns vermeiden sowie  für den richtigen Zweck die energieeffizientesten Programmiersprachen verwenden (das oft kritisierte JavaScript verbraucht vor allem bei algorithmischen Lösungen extrem viel weniger Strom als PHP oder Ruby).

Je größer die Nutzerzahlen einer Website, desto mehr machen sich selbst kleine Veränderungen bemerkbar! Zur Zeit arbeitet Greenwood an der Verfeinerung des CO2-Rechners WebsiteCarbon.com. Einfach die eigene Website dort mal testen – und sich Beispiele für gelungenes, nachhaltiges Webdesign anschauen.

 

Welche Programmiersprachen am wenigsten CO2
Server-Energietests von 27 populären Programmiersprachen. Quelle: https://greenlab.di.uminho.pt/

 

Nachhaltiges Webdesign
Eine der vielen kleinen Anregungen in Greendwoods Buch: Warenkorb als Overlay statt als eigene Seite, die immer wieder aufgerufen werden muss

 

Handbuch Nachhaltiges WebdesignTom Greenwood: Nachhaltiges Webdesign.
conopolist Verlag, Nürnberg 2021
130 Seiten
16,99 Euro, E-Book 8,49 Euro
ISBN 978-3-9823641-4-8, E-Book 978-3-9823641-5-5
Beim Verlag kaufen

 

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