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KI lernen: Peter Schmidt Group erforscht »Future Playgrounds«

Wie man KI in den Kreativ-Alltag integrieren kann, treibt gerade viele Agenturen um. Wir durften bei den Workshops der Peter Schmidt Group Mäuschen spielen

Peter Schmidt Group Hamburg Vortrag Baugasm
Vasjen Katro aka Baugasm im Juni 2023 beim »Elephant Campus« der Peter Schmidt Group in Hamburg.

Das Programm des aller ersten »Elephant Campus«, einem neuen mehrtägigen Fortbildungsevent der Peter Schmidt Group, klang zu verlockend, um die Einladung des Hamburger Standortes auszuschlagen.

Neben Vorträgen über KI, Kreativität und Gestaltung von Field.io, Baugasm, Grit Wolany und anderen gewichtigen Branchenplayern hatte die Agentur interne KI-Workshops geplant, um selbst mit den neuen Prompttechniken zu experimentieren.

»Mit dem Elephant Campus wollten wir ermöglichen, dass sich alle Mitarbeitenden mit KI auseinandersetzen und in einem eng definierten Zeitrahmen zu konkreten Ergebnissen kommen«

, so Sven Rieckmann, Creative Director und Team Lead bei der Peter Schmidt Group in Hamburg.

So kamen Ende Juni Mitarbeiter unterschiedlicher Disziplinen und Level in Hamburg, Frankfurt, München und Lissabon in lokalen Kleingruppen zusammen, um unter dem Motto »Future Playgrounds« die neusten KI-Softwares auszuprobieren und sich einer von zwei konkreten Aufgaben zu widmen.

Prompt Guide KI Workshops PSG
Prompten lernen: Auf einer internenen Website konnten die Mitarbeiter der Peter Schmidt Group ihr eigenes Text-to-Video-Tool bedienen

KI Workshops: die Aufträge

Eine Aufgabe bestand darin, den neuen fünfzehn-sekündigen Brand-Audiotrack der Peter Schmidt Group mit Hilfe von Prompts in ein Video zu übersetzen. Hierfür entwickelte das Team von Felix Damerius, Creative Director bei Peter Schmidt Group am Frankfurter Standort eine einfach zugängliche Website.

Interface interenes KI-Tool PSG
So sieht das Interface aus, in dem man die Parameter für die Sounds in Stable Diffusion festlegt.

Über das Interface konnten die Teams Attribute für ihr Thema, bestimmte Rhythmen oder Töne bildhaft beschreiben. Anschließend wird eine Midi-Datei des PSG-Sounds an mehreren Stellen ausgelesen und entsprechend dieser Attribute in Prompts übersetzt.

Auf deren Basis erzeugt Stable Diffusion wiederum Einzelbilder. Am Schluss werden diese mit Hilfe der Deforum-Extension interpoliert und zu einem Video zusammengefügt.

KI Workshops: Posterkonzept

Die zweite Aufgabe bestand darin, ein Posterkonzept mit maximal drei Ausarbeitungen zu entwerfen. Als Werkzeuge waren die Beta-Version von Photoshop mit KI-Erweiterungen sowie ChatGPT vorgeschlagen. Sven Rieckmann, der zusammen mit seiner Kollegin Heidrun Angerer, Executive Creative Director einige Gruppen während der Workshops coachte, ergänzt:

»Natürlich durften die Teams auch alle weiteren bekannten Plattformen nutzen – zum Beispiel Midjourney oder Dall-E. Das Poster sollte in DIN A1 gestaltet sein, unsere Hausschrift verwenden und den schwarz/neongrünen Look unserer Veranstaltung besitzen.«

In der PAGE 10.23 fragen wir Kreative und Agenturen, wie sie KI beim Prototyping unterstützt und ihren Gestaltungsprozess verändert. Unter anderem mit dabei: AI Art Director Jumoke Fernandez und die Agentur keinGarten.

KI Workshops: Teams zusammenstellen

Bei der Zusammensetzung der Gruppen achteten die Organisatoren darauf, dass Menschen unterschiedlicher Disziplinen und Level. Also: keine reinen Designer-Gruppen, keine nur juniorigen oder seniorigen Gruppen. Die Größe der Teams belief sich auf maximal fünf Personen.

Auch fanden die Workshops bewusst vor Ort und nicht remote statt, in Hamburg, Frankfurt, München und Lissabon wurde aber parallel geworkshopt. »Wir wollten den direkten, persönlichen Austausch aller Teilnehmenden initiieren. Das bedeutete im Umkehrschluss: Es gab keine standortübergreifenden Gruppen«, so Sven Rieckmann.

Sven Rieckmann – auf dem Bild hinten in der Mitte – coacht ein 5er-Team am Hamburger Standort bei der Plakatgestaltung mit KI
Sven Rieckmann – auf dem Bild hinten in der Mitte – coacht ein 5er-Team am Hamburger Standort bei der Plakatgestaltung mit KI

KI Workshops: Ablauf und Coaching

»Das Programm haben wir dabei jeweils bis 14 Uhr konzipiert, denn wir hatten die Erfahrung gemacht, dass sich Ganztagesworkshops nur schwer in den Arbeitsalltag integrieren lassen«, berichtet Heidrun Angerer. So sollte ausreichend Zeit bleiben, um sich dringenden Kundenprojekten zu widmen.

Sie und Rieckmann coachten einige Teams in Hamburg bei der Plakatgestaltung mit KI. Dazu liefen sie zu zweit durch die ihnen zugeteilten Gruppen, erkundigten sich nach dem Stand des Projekts, machten sich Eindrücke von Konzepten und ersten Entwürfen und erinnerten an die anschließende Präsentation, die ebenfalls gefordert war. Heidrun Angerer berichtet:

»Nicht alle kennen sich und arbeiten im Projektalltag miteinander. Es war spannend zu sehen, wie neue Gruppendynamiken und Ideenfindungsprozesse entstehen.«

Die Peter Schmidt Group verrät hier weitere Erkenntnisse aus allen Gruppen und bei beiden Aufgaben. Alle Arbeiten hat die Agentur zudem auf der Event-Website gesammelt. Viel Spaß beim Entdecken!

PSG Website KI Workshops Ergebnisse
Alle, auch zukünftige KI Workshop-Ergebnisse sammelt die Peter Schmidt Group auf dieser Website.

KI Workshops: gesammelte Erkenntnisse der Peter Schmidt Group

Tools entdecken und experimentieren: Für viele Kollegen wurde das Thema KI jetzt erst richtig greifbar. Sie haben erstmals versucht, diese Tools für kreative Arbeit einzusetzen und haben Möglichkeiten kennengelernt, Prozesse zu beschleunigen.

Nicht-Designern ermöglicht die Eingabe von Prompts beeindruckende visuelle Ergebnisse zu erzielen. Alle Teilnehmenden stellen fest, wie sich durch präzise, detaillierte und eindeutige Beschreibungen die Qualität des Outputs verbessern lässt.

Grenzen kennenlernen: Wichtig war auch festzustellen, was KI nicht kann – bzw. wo Erwartungen und Output auseinandergingen. Ein herausragendes Visual ist eben nicht mit einem Prompt erzeugt, sondern das Ergebnis eines langen, iterativen Prozesses. Auch stellten die Teilnehmenden fest, wo die Grenzen der jeweiligen Tools lagen. Wir ermutigten sie daher, auch andere Tools auszuprobieren. So schwenkten einige Gruppen auf andere Plattformen um, um die von ihnen gewünschten Ergebnisse zu erzielen.

Die Erfahrungen der Teilnehmenden aus unserer Wahrnehmung: Am ersten Tag zunächst Respekt, eine Auseinandersetzung mit Zugangsdaten und der Austausch, wer schon mal mit welchem Tool gearbeitet hat. Am zweiten Tag dann durchgängig Faszination für das Mögliche. Ab dem dritten Tag war ebenfalls spannend zu beobachten, dass die Teilnehmenden auch abseits der Gruppenworkshops „für sich selbst“ mit den jeweiligen Tools experimentiert haben. Motto: „Eigentlich ist der Workshop rum, aber ich will noch etwas ausprobieren…“

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Good Design Drives Value ++ Creative Prototyping mit KI ++ Ideen und Konzepte präsentieren ++ Let’s talk about money ++ Branding meets Interior Design ++ ENGLISH SPECIAL YONK ++ Mak-ing-of: Geospatial-Flug-App ++ Scribo und Scribo Write von Underware ++ rechtliche Risiken von KI für Kreative

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