Bye-bye Photoshop!

Warum gerade der Bildbearbeitungsklassiker leicht zu ersetzen ist …



Illustration: Jens Brosemann

Im Bereich Bildbearbeitung und -verwaltung war Adobe nie konkurrenzlos, aber Photoshop galt irgendwann als Synonym für Bildbearbeitung. Zum Glück für Kreativprofis gibt es aber noch andere Softwareanbieter, die sich speziell an Fotografen richten. Denn dieser Markt ist groß, und die Bedürfnisse der Anwender sind breit gestreut.

Gute Alternative für Fotografen
Das Foto-Workflow-Tool Adobe Lightroom lässt sich relativ leicht durch Capture One Pro von Phase One ersetzen. Zwar hat die Software des dänischen Herstellers von digitalen Kamerarückteilen noch Nachholbedarf bei der Bildverwaltung, doch weist es gerade bei der Bearbeitung von Farben und Hauttönen deutliche Vorteile im Vergleich zu Lightroom auf.

Insbesondere professionellen Fotografen und Kreativen, die selbst fotografieren, kommt die projektorientierte Arbeit in Capture One Pro zugute. Auch die frei konfigurierbare Oberfläche beschleunigt (nach einer Einarbeitungszeit) den Workflow. Die Software erlaubt den Export in alle gängigen Formate (inklusive PSD) – allerdings ist die Kompatibilität zu Lightroom ist wie bei allen Raw-Daten-orientierten Workflowtools eher schlecht.

»Affinity Photo hat das Zeug, schon jetzt Photoshop komplett zu ersetzen«

Florian Winkler, Designer bei team m&m und freier Artdirektor in Augsburg

Ähnlicher Funktionsumfang wie Photohop
Photoshop selbst auszutauschen scheint für viele Kreative ebenfalls kein Problem zu sein. »Affinity Photo hat das Zeug, schon jetzt Photoshop komplett zu ersetzen«, meint Florian Winkler, Designer bei team m&m und freier Artdirektor in Augsburg. Der technikaffine Kreative hat neben den Adobe-Produkten auch viele andere Tools im Einsatz und ist besonders von den Affinity-Apps überzeugt.

Affinity Photo hat einen vergleichbaren Funktionsumfang wie Photshop, liest und schreibt PSD-Files inklusive Ebenen, Pfaden et cetera und kommt mit CMYK und anderen professionellen Anforderungen gut zurecht. Das Tool kann alle gängigen Bitmap-Formate als Im- und Export verarbeiten. Standardmäßig speichert es jedoch in seinem eigenen Format, das zu nichts anderem kompatibel ist – außer zu Affinity Designer.

Von Vorteil für Kreative ist natürlich, dass Affinity Photo ähnlich wie Photoshop aufgebaut ist. Ein bisschen weniger freundlich formuliert könnte man auch sagen: In vielen Bereichen ist die Software ein Klon, mit dem Unterschied, dass Hersteller Serif die Oberfläche in Personas eingeteilt hat. Diese entsprechen den Arbeitsschritten in der Bildbearbeitung, orientiert am Workflow von Fotografen. Affinity Photo stellt dann immer die jeweils passenden Werkzeuge zur Verfügung. Als Grafiker nutzt man überwiegend eine oder zwei dieser Personas.

Kleinere Lösungen
Zu einer Photoshop-Alternative könnte sich auch Pixelmator Pro entwickeln. Uns erscheint das vor wenigen Wochen erschienene Programm jedoch noch nicht wirklich für den professionellen Einsatz geeignet. Texte lassen sich in dem Programm nicht an Pfaden ausrichten, und es fehlen auch sonst zu viele Funktionen im Vergleich zu Photoshop oder Affinity Photo.

Ein Tipp für Kreative, die kein CMYK benötigen, aber unbedingt mit Photoshop arbeiten wollen: Adobe bietet Photoshop Elements für unter 100 Euro als Kaufversion an. Diese Amateurversion lässt sich fast exakt so bedienen wie der große Bruder. Sie hat zwar einige Einschränkungen, dürfte aber in der Lage sein, 90 Prozent eines RGB-Workflows abzudecken. Klingt uncool, kann aber ausreichen.


Das nächste Mal geht es um Adobe-Alternativen fürs UI Design


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Eine Antwort zu “Bye-bye Photoshop!”

  1. Ich arbeite schon länger mit Affinity Photo und bin sehr zufrieden. Manche Abläufe erscheinen mir sogar in Affinity Photo besser/einfacher gelöst zu sein als in Adobe Photoshop.
    Die einzige Einschränkung, die ich bis jetzt entdecken konnte, ist, dass ich keine Animationen erstellen kann.

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